28.10.2019 Thomas Bergmann

2. Immo-Konzern im DAX? Aroundtown und TLG legen Fusionspläne offen

-%
Aroundtown
Trendthema

Die beiden Immobilienkonzerne TLG und Aroundtown wollen gemeinsame Sache machen. Das ist bekannt. Am Wochenende haben sie sich jetzt auf die Eckpunkte geeinigt. Dabei ist vorgesehen, dass Aroundtown den TLG-Aktionären bis zum Jahresende ein Übernahmeangebot machen wird. Sollte das Vorhaben gelingen, entstünde der europaweit größte Immobilienkonzern mit Fokus auf Büros und Hotels.

TLG hatte im September knapp zehn Prozent an Aroundtown gekauft und damit die Fusionsgespräche ausgelöst. Nach Abwägung aller Faktoren soll aber jetzt doch die Aroundtown der Käufer sein.

Der Preis je TLG-Aktie soll auf Basis des Nettovermögenswertes (EPRA NAV) der beiden Unternehmen ermittelt werden. Bei der Besetzung des Managements soll TLG auf jeden Fall eine wichtige Rolle eingeräumt werden und zum Beispiel den Finanzvorstand und den ersten Vorsitzenden des Verwaltungsrats nominieren. Das zusammengeführte Unternehmen soll zudem einen neuen Namen erhalten und in Berlin, also der Heimat von TLG, den operativen Hauptsitz haben.

Bis zur Abgabe eines Angebots wollen die beiden Gesellschaften noch genau ermitteln, welches Synergiepotenzial ein Zusammenschluss haben würde. Auf Grundlage der bisher geführten Gespräche haben die beiden Parteien nach eigenen Angaben Möglichkeiten für eine Wertschöpfung identifiziert.

Das Immobilienportfolio der beiden Unternehmen kommt auf einen Wert von rund 24 Milliarden Euro. Beide Konzerne konnten im vergangenen Jahr ihre Mieteinnahmen kräftig steigen - zusammen betrugen sie rund 857 Millionen Euro. Gemessen an der Bilanzsumme wäre der neue Konzern nach Unibail-Rodamco-Westfield und Vonovia der drittgrößte europäische Immobilienkonzern.

DER AKTIONÄR hatte TLG Immobilien als aussichtsreiche Aktie identifiziert, bevor die Fusionspläne geschmiedet wurden. Durch den Zusammenschluss entsteht eine neue Wachstumsstory, die zu begleiten sehr interessant ist. Allerdings besteht keine Eile, auf den Zug aufzuspringen. Die Story muss sich erst entwickeln.

mit Material von dpa-AFX