20.11.2013 Manuel Koch

US-Börsen im Minus - Fed sieht Drosselung "in den kommenden Monaten" - Apple, J.C. Penney, Johnson & Johnson, Yahoo

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DAX
Trendthema

Am Mittwoch gingen die US-Börsen zu Handelsbeginn ins Plus. Der Dow Jones gewann 0,1 Prozent hinzu. 

Der scheidende US-Notenbankchef Ben Bernanke sagte, dass die Fed so lange wie nötig an der lockeren Geldpolitik festhalten werde. Selbst bei einer langsamen Drosselung der Politik, werde man noch lange an den Niedrigzinsen festhalten. Erst bei einer robusten Wirtschaft könnte man über eine Anhebung der Zinsen nachdenken. Die Reduzierung der 85 Milliarden Dollar, die monatlich in den Markt gepumpt werden, hänge vom Arbeitsmarkt ab.

Von Konjunkturseite ging der Blick am Morgen auf die Einzelhandelsumsätze. Sie stiegen im Oktober um 0,4 Prozent, Analysten hatten mit nur 0,1 Prozent gerechnet. Die Zahl der Hypothekenanträge sank in der vergangenen Woche um 2,3 Prozent. Die existierenden Hausverkäufe lagen bei 5,12 Millionen (-3,2%) im Oktober. Die Verbraucherpreise gingen 0,1 Prozent im Oktober zurück.

Am Nachmittag wurden die Fed Minutes von der US-Notenbank veröffentlicht. Die Fed sieht eine Drosselung in den kommenden Monaten kommen. Zum ersten Mal wurde das schriftlich festgehalten. Zuerst müsste aber vor allem der Arbeitsmarkt weiter Stabilität zeigen.

Zu Handelsende schloss der Dow Jones mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 15.901 Punkten. Der Nasdaq Composite verlor 0,3 Prozent bei 3.921 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 verbuchte einen Verlust von 0,4 Prozent bei 1.781 Punkten.

Zu den Gewinnern im Dow zählten: Microsoft (+1,0%), Pfizer (+0,9%) und UnitedHealth Group (+0,6%). Die größten Verlierer waren: Boeing (-3,3%), Caterpillar (-1,1%) und DuPont (-1,1%).

J. C. Penney (+8,4%) musste im dritten Quartal einen Verlust von 489 Millionen Dollar im Vergleich zu -123 Millionen Dollar vor einem Jahr verbuchen. Der Umsatz sank um 5,1 Prozent auf 2,78 Milliarden Dollar. Damit wurden die Erwartungen der Analysten verfehlt. Für das vierte Quartal zeigte sich das Management aber optimistisch. 

Der Internetkonzern Yahoo (+2,9%) will eigene Aktien im Wert von bis zu 5 Milliarden Dollar zurückkaufen. Das gab das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt. Das herkömmliche Geschäft mit Internetwerbung schrumpfte zuletzt. Gut verdient der Konzern mit den Anteilen am chinesischen Internetgiganten Alibaba, an dem Yahoo etwa 24 Prozent hält.

Der Medizintechnikproduzent Johnson & Johnson (+0,3%) will sich einen gerichtlichen Vergleich zu mangelhaften Hüftimplantaten knapp 2,5 Milliarden Dollar kosten lassen. Von der Einigung seien 8.000 Patienten betroffen. Bei 12 Prozent gaben die Implantate nach fünf Jahren den Geist auf. Der Prozess lief seit 2010.

Jetzt ist es offiziell: J. P. Morgan Chase (-0,1%) zahlt in einem Vergleich mit dem US-Justizministerium 13 Milliarden Dollar. Dabei geht es um die Bewältigung von fragwürdigen Hypothekendeals vor der Finanzkrise. Wochenlang gab es ein Tauziehen mit den Behörden. 

Google (-0,3%) zeigt App-Entwicklern Pläne für die Datenbrille Google Glass. Der Konzern gewährte einen ersten Blick auf kommende Schnittstellen für Anwendungen.  Darüber können Programmierer auf Funktionen von Geräten zugreifen und Daten auslesen. 

Apple (-0,9%) darf ein neues Hauptquartier in Cupertino bauen. Der Stadtrat winkte das Projekt durch. Zugleich wurden aber alte Steuervergünstigungen etwas abgesenkt. Apple plant ein kreisrundes Glasgebäude. Mehr als 14.000 Mitarbeiter sollen dort Platz finden. Mitte 2016 soll die Eröffnung stattfinden.

Am Donnerstag schauen wir von Konjunkturseite auf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, den Philadelphia Fed Index und die Frühindikatoren.