Die Aussicht auf steigende Zinsen hat am Freitag auf die Notierungen von Edelmetallen gedrückt. Sowohl der Gold- als auch der Silberpreis fallen auf ein neues Jahrestief und nähern sich sogar ihren niedrigsten Ständen in den zurückliegenden 52 Wochen an.
Vor dem Wochenende hatten Inflationsdaten aus der Eurozone die Spekulation auf steigende Zinsen verstärkt und die Edelmetalle weiter unter Verkaufsdruck gesetzt. Wegen hoher Preise für Kraftstoffe und Gas hatte sich die Teuerung in großen Volkswirtschaften im Währungsraum spürbar verstärkt. Am Markt wird daher überwiegend mit einer Zinserhöhung durch die Europäische Zentralbank im Dezember gerechnet. Da Gold und Silber keine Marktzinsen abwerfen, belastet die Aussicht auf höhere Renditen für Staatsanleihen die Nachfrage nach Edelmetallen.
Zudem hat die US-Notenbank Fed die Tür für eine Zinserhöhung im Dezember ebenfalls offen gehalten. Auch in den Vereinigten Staaten steigt die Inflation. Der Preisindex PCE, ein von der US-Notenbank Fed bevorzugter Preisindikator, war im September auf 3,6 Prozent gestiegen, wie aus Daten vom Donnerstag hervorgeht. Damit steigt die Teuerung weiter über das von der US-Notenbank anvisierte Ziel von zwei Prozent.
Im Oktober hat Gold gut fünf Prozent verloren. Zuletzt haben Sorgen vor erneuten Kämpfen im Nahen Osten die Energiepreise auf einem hohen Niveau gehalten und die Inflationssorgen an den Finanzmärkten verstärkt.
Am Freitag fällt der Silberpreis deutlich stärker als der Goldpreis. Zur Stunde verliert der Preis für eine Feinunze Silber rund sechs Prozent an Wert. Eine Feinunze Gold kostet nun wieder deutlich weniger als 4.000 Dollar. Zur Stunde verliert das Edelmetall 4,5 Prozent auf 3.880 Dollar.
Edelmetall-Anleger brauchen am Freitag einmal starke Nerven. Bereits in den Wochen zuvor standen die Gold- und Silberpreise unter Druck. Vor allem die steigenden Anleiherenditen und Zinsen sorgen für Preisdruck. DER AKTIONÄR bleibt allerdings mittel- bis langfristig für den Edelmetallmarkt optimistisch gestimmt.
Enthält Material von dpa-AFX
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