10.09.2019 Markus Bußler

Gold: China kauft 100 Tonnen

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Trendthema

Mittlerweile sind es neun Monate. Im Dezember hat China wieder (offiziell) begonnen, Gold auf dem Weltmarkt zu kaufen. Monat für Monat stiegen die Goldbestände des Landes. Mittlerweile hat China fast 100 Tonnen Gold gekauft. Mittlerweile belaufen sich die Goldbestände des Landes auf 1.942,4 Tonnen. Im vergangenen Monat hat China 190.000 Unzen oder umgerechnet 5,9 Tonnen auf dem Weltmarkt erworben.

Anscheinend interessiert sich China nicht groß für den Preis den das Land bezahlen muss. China scheint hier einen langfristigen Plan zu verfolgen. Sicherlich sind die Goldkäufe auch Teil des Handelskriegs, der zwischen China und den USA tobt. Allerdings dürften die Motive von China bei den Goldkäufen darüber hinaus gehen. China scheint ein langfristiges Interesse daran zu haben, die eigene Währung als Weltwährung zu etablieren. Dabei dürfte ein höherer Goldbestand als Vertrauensbeweis nur nützlich sein. Kurzfristig freilich ist China eher an einer schwachen Währung interessiert – als Waffe im Handelsstreit.

Gold (ISIN: XC0009655157)

Die Käufe der Zentralbanken wie China, Russland oder auch der Türkei sind sicherlich ein wichtiger Punkt für den Goldpreis. Allerdings sind Anleger gut beraten, nicht automatisch davon auszugehen, dass Käufe der Zentralbanken ein gutes Timing haben. Die britische Notenbank hat Teile ihres Goldes Ende des vergangenen Jahrhunderts quasi zum Tiefstkurs verkauft. China dürfte dem Goldmarkt auf längere Sicht als Goldkäufer erhalten bleiben. Und auch wenn es heute ambitioniert klingt. Es kann durchaus das Ziel der Chinesen sein, eines Tages die USA in Sachen Goldbesitz an der Spitze der Länder abzulösen. Aber wer weiß, vielleicht fordert Donald Trump die Fed auch bald dazu auf, Gold zu kaufen. Auszuschließen ist das nicht. Die Wirkung auf den Goldmarkt dürfte aber in einem solchen Fall noch weitaus größer sein als bei den Käufen von Russland oder China.