23.08.2019 Markus Bußler

Gold: China gibt wieder Gas = neues Hoch bei Gold?

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Gold
Trendthema

Erst kürzlich berichtete die Nachrichtenagentur Reuters darüber, dass China die Importe von Gold schon seit Mai beschränkt haben soll. Jetzt scheint es im Reich der Mitte ein Umdenken zu geben. Reuters berichtet, dass China die verhängten Restriktionen mit Blick auf den Goldpreis teilweise wieder aufgehoben hat. Gibt das dem Goldpreis noch mehr Rückenwind?

Natürlich ist es eine gute Meldung für den Goldmarkt, wenn China diese Restriktionen (teilweise) wieder aufhebt. China ist der größte Goldimporteur. Und durch das Importverbot, das wohl vor allem Geschäftsbanken betroffen haben soll, sollen geschätzte 300 bis 500 Tonnen Gold seit Mai weniger importiert worden sein, als noch im Vorjahr. Doch wenn man sich die Entwicklung des Goldpreises in diesem Zeitraum ansieht, dann erkennt man, dass Gold darunter nicht etwa gelitten hat, sondern sogar gestiegen ist. Nun sollte man nicht so weit gehen, zu sagen, dass solche Restriktionen gut seien für den Goldpreis. Doch es zeigt, dass der physische Goldmarkt für die Preisfindung bei weitem nicht so wichtig sind wie beispielsweise der Terminmarkt.

Langfristig freilich wird der physische Markt früher oder später an Gewicht gewinnen. Spätestens dann wenn die Minenproduktion beginnt zu fallen, was in den kommenden Jahren der Fall sein dürfte und sich die Angebotslage auf dem Weltmarkt anspannt. Dann dürfte sich der Preis eher an der Angebots- und Nachfragesituation orientieren, als er es jetzt tut – oder es wird ein höheres Premium auf dem physischen Markt gezahlt.

Gold (ISIN: XC0009655157)

Kurzfristig aber ist Gold in einer Handelsspanne gefangen. Auf der Oberseite steht das Jahreshoch, auf der Unterseite der Bereich von 1.450/1.460 Dollar. Hier befindet sich streng genommen die erste wichtige Unterstützung für die Goldbullen. Spannend wird es heute Nachmittag, wenn Fed-Chef Powell seine Rede in Jackson Hole hält. Tendenziell sollten Hinweise auf einen neuen Zinssenkungszyklus den Goldpreis beflügeln. Spricht er hingegen davon, dass er keine weiteren Zinssenkungen sieht und stellt sich damit offen gegen US-Präsident Donald Trump, dann könnte dies Gold aber auch die Aktienmärkte belasten. Es wird also spannend um 16 Uhr unserer Zeit.