22.07.2015 Jonas Groß

DAX mit Verlusten erwartet: Apple und Dialog Semiconductor im Fokus

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DAX
Trendthema

Die Börsen in Asien haben am Mittwoch Verluste verzeichnet und folgten damit den schwachen Vorgaben aus den USA. Dort hatte nachbörslich Apple ein Ergebnis unter Erwartung und eine enttäuschende Umsatzprognose vorgelegt, was bei den Zulieferern in Asien zu Abgaben führte. Die regionale Benchmark, der MSCI Asia Pacific Ex-Japan Index, lag um 6.30 Uhr MESZ bei 143,96 Zählern 0,9 Prozent im Minus. In Tokio verlor der Nikkei 225 Index 0,9 Prozent, auch belastet vom stärkeren Yen. Aktien von Japan Display Inc. verbilligten sich um 3,6 Prozent. Größter Kunde des Unternehmens ist Apple. Minebea Co. verloren 4,3 Prozent. Der Exportwert TDK Corp. fiel um 3,1 Prozent. Gegen den Trend kletterte der Kurs von Mitsui Chemical Co. um 9,1 Prozent - der größte Kurssprung seit drei Jahren. Die Zeitung Nikkei hatte einen Gewinnanstieg um 80 Prozent vorhergesagt.

An der Wall Street ging es am Dienstag abwärts. Gleich mehrere große Konzerne hatten mit ihren Zahlen zum jüngsten Quartal den Markt enttäuscht. „Im Moment dreht sich alles um die Gewinnzahlen. Wenn man sich die Marktbewertungen anschaut, sieht man, dass sie nicht durch die Decke gehen, aber sie sind für gute Zahlen gepreist”, erklärte Thomas Garcia, Chef für Aktienhandel bei Thornburg Investment Management. Titel von IBM büßten 5,9 Prozent ein, nachdem das Unternehmen das 13. Quartal in Folge einen Umsatzrückgang berichtet hatte. United Technologies rutschten 7,0 Prozent ab. Der Konzern hatte seine Gewinnprognose für 2015 das zweite Mal seit Juni reduziert. Aktien von Tesla Motors verloren 5,5 Prozent nach einer Abstufung auf Verkaufen durch UBS.

Die schlechten Vorgaben dürften den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch weiter belasten. Der Broker IG taxierte den Dax vor Börsenstart 0,35 Prozent tiefer bei 11 564 Punkten. Am Vortag schon hatte der deutsche Leitindex mit minus 1,12 Prozent den Rückwärtsgang eingelegt, nachdem er sich zuvor noch sehr kräftig erholt hatte. Im Fokus dürfte unter anderem Dialog Semioconductor stehen. Der Apple-Zulieferer wird vorbörslich rund 3,5 Prozent tiefer erwartet.

DEVISENMÄRKTE

Der Euro ist am frühen Morgen kaum verändert bei 1,0935 Dollar gehandelt worden. Am Dienstag hatte die Gemeinschaftswährung gut ein Prozent zugelegt. Zinsstratege Prashant Newnaha von TD Securities Inc. in Singapur hält eine weitere kleinere Korrektur beim Dollar für möglich. „Aus den USA kommen in dieser Woche kaum neue Daten und es werden auch keine Redner von der Federal Reserve erwartet, die eine striktere Geldpolitik vorantreiben könnten”. Daher werde nun auf die nächste Fed-Sitzung in der kommenden Woche gewartet.
Der Schweizer Franken war zum Euro kaum verändert bei 1,0479 Franken. Zum Dollar war der Franken 0,1 Prozent stärker bei 0,9577 Franken.

ROHSTOFFMÄRKTE

Die Ölpreise haben nachgegeben. Investoren erwarten, dass die globale Ölflut andauern wird. In den USA sind die Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche nach Angaben des American Petroleum Institute um 2,3 Millionen Barrel gestiegen. „Im Mittelpunkt steht immer noch das Überangebot”, sagte Jonathan Barratt, Chief Investment Pfficer bei Ayers Alliance Securities in Sydney. „Die Preise sind in einer Spanne gefangen, aber wir werden sehen, was passiert, wenn die Lagerbestandsdaten kommen. Das wird entscheidend sein.” Im Tagesverlauf werden die Daten der staatlichen Energy Information Agency zu den Rohöllagerbeständen in den USA veröffentlicht. In einer Umfrage von Bloomberg wird ein Rückgang um 2,2 Millionen Barrel erwartet. Der September-Terminkontrakt für WTI-Öl lag am Morgen 1,4 Prozent tiefer bei 50,13 Dollar je Barrel. Brent notierte am Terminmarkt bei 56,54 Dollar je Barrel und war damit 0,9 Prozent billiger.

Der Goldpreis ist weiter eingebrochen. Am Kassamarkt kostete die Unze Gold mit 1093,74 Dollar 0,7 Prozent weniger. Analysten gehen davon aus, dass das Schlimmste noch bevorsteht. Jeffrey Currie von Goldman Sachs Group Inc. hält einen Preisrutsch bis unter 1000 Dollar je Unze für möglich. So tief hat der Preis seit 2009 nicht mehr gelegen. „Mit dem positiveren Ausblick für den Dollar und dem beginnenden Schwinden des Abwertungsrisikos wird die Nachfrage nach Gold als diversifizierende Anlage gegen den Dollar immer weniger wichtig”, sagte Currie im Telefoninterview mit Bloomberg. Analysten von ABN Amro Bank NV und Société Générale SA sehen Gold bis Dezember auf 1000 Dollar fallen.

JÜNGSTE MELDUNGEN

Apple verkauft weniger iPhones als erwartet - Aktie bricht ein

Apple hat mit dem iPhone-Absatz in Q3 des laufenden Geschäftsjahres sowie der Umsatz-Prognose für das neue Quartal am späten Dienstag die Erwartungen der Analysten verfehlt. Die Aktie brach im nachbörslichen Handel der Wall Street ein.

Griechenlands Bonitätsnote hochgestuft nach Brückenkredit

Griechenland-Rating wurde von CCC auf CCC+ hochgestuft, wie S&P am späten Dienstag mitteilte. Die Hochstufung spiegelt die besseren Liquiditätsperspektiven wider nach prinzipieller Bewilligung der Eurogruppe eines 3-Jahres-Kreditprogramms für Griechenland über den ESM sowie der Bereitstellung eines 3-Monats-Brückenkredits von 7,16 Milliarden Euro an die griechische Regierung.

German Startups Group verschiebt IPO

Die German Startups Group Berlin verschiebt den geplanten Börsengang, wie der Wagniskapital-Anbieter für innovative Startups in Deutschland am späten Dienstagmitteilte. Die Entscheidung wurde aufgrund des „fragilen Kapitalmarktumfelds” getroffen.

(mit Material von Bloomberg und dpa-AFX)


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