05.11.2014 Stefan Sommer

DAX erholt erwartet: Volkswagen, Allianz, Cancom, Gold, Axel Springer, Commzerbank, KUKA im Fokus

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TecDAX
Trendthema

Nach zwei schwachen Tagen zeichnet sich im DAX zur Wochenmitte wieder eine Erholung ab. Im Fokus bleibt die Europäische Zentralbank, nachdem tags zuvor Spekulationen um bankinternen Widerstand gegen den Kurs von EZB-Chef Mario Draghi die Kurse belastet hatten. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am Morgen 0,80 Prozent fester bei 9.240 Punkten.

Am Montag und Dienstag war dem DAX die Puste ausgegangen, nachdem er am vergangenen Freitag nach der überraschenden Notenbankaktion der Japaner noch kräftig gestiegen war. Im bisherigen Wochenverlauf verlor der Index damit rund 1,7 Prozent.

Nun sollte der DAX zunächst dem Erholungskurs der Wall Street folgen. Hier war der Dow Jones Industrial zeitweise um ein halbes Prozent von seinem Rekordkurs abgerutscht, schloss letztlich jedoch im Plus. Der Future auf den US-Leitindex gewann dabei seit dem Xetra-Schluss 0,74 Prozent.

Die Berichtssaison konzentriert sich am Mittwoch in Deutschland auf Nebenwerte wie Hannover Rück, Elring Klinger und Axel Springer. In den USA wird Tesla, Time Warner und Symantec seine Quartalszahlen vorlegen. Auf der Agenda stehen zudem zahlreiche Konjunkturdaten wie die Arbeitsmarktdaten und der ISM-Index aus den USA.

VW-Aktie: Trendwende in den USA – Analysten sagen kaufen

Es mehren sich die Kaufempfehlungen für die Aktie von Volkswagen. Nach Equinet und der Credit Suisse hat auch die Deutsche Bank das Papier von VW auf ihre Kaufliste gesetzt. Analyst Jochen Gehrke legte nach einer Investorenveranstaltung das Kursziel auf 205 Euro fest. Der Autobauer konzentriere sich fortan auf eine verstärkte Effizienz und weniger stark auf das Umsatzwachstum, so Gehrke. Angesichts der günstigen Bewertung, des erwarteten Gewinnwachstums von 15 Prozent im kommenden Jahr und der sich jüngst abzeichnenden Verbesserungen in den Kernsparten rate er weiter zum Kauf.

Allinaz-Tochter Pimco verliert weitere Milliarden – Schnäppchenjäger aufgepasst!

Die Fondsgesellschaft Pimco kämpft weiter mit massiven Mittelabflüssen. Im Oktober zogen Investoren 27,5 Milliarden Dollar (21,9 Milliarden Euro) aus dem Flaggschiff "Pimco Total Return Fund" ab, wie das zum deutschen Versicherungskonzern Allianz gehörende Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Fonds war bis Ende September vom als "Anleihekönig“ bekannten Starinvestor Bill Gross verwaltet worden, der jedoch nach einem internen Richtungsstreit zum Wettbewerber Janus Capital gewechselt war. Seitdem hat die Kapitalflucht kräftig Fahrt aufgenommen. Bereits im September war der Fonds um 23,5 Milliarden Dollar erleichtert worden. Die größten Abflüsse hatte es an dem Tag des Rücktritts gegeben. Das Volumen des Fonds ist inzwischen auf 171 Milliarden Dollar geschmolzen.

Cancom-Aktie: Commerzbank sieht ein Kursziel von 40 Euro

Die Commerzbank hat Cancom mit "Buy" und einem Kursziel von 40 Euro in die Bewertung aufgenommen. Der TecDax-Konzern profitiere stark vom Weg in die Cloud - also der Verschiebung von Daten und Anwendungen ins Internet, so Analyst Florian Treisch. Die "Pole Position" des Unternehmens dürfte die Margen auf neue Rekordstände treiben.

Gold im Panikmodus

Der Goldpreis bricht im frühen Handel noch einmal deutlich ein. Mittlerweile notiert das Edelmetall unter der Marke von 1.150 Dollar. Anleger flüchten förmlich aus Gold. Als Begründung werden heute sicherlich die Wahlen in den USA herhalten müssen. Doch der Goldpreis steht ohnehin seit Wochen unter Druck. Und die Dynamik nimmt zu.

Internet, Internet, Internet: Axel Springer wird digital

Der Umbau hin zu einem Internetkonzern geht voran. Axel Springer hat seine Neun-Monats-Zahlen vorgelegt. So entfielen im Berichtszeitraum mehr als 52 Prozent des Konzernumsatzes und schon knapp 70 Prozent des Konzern-EBITDA auf die digitalen Aktivitäten. Insgesamt legte der Konzernumsatz von Januar bis September 2014 um 6,9 Prozent zu. Das Konzern-EBITDA erhöhte sich um 8,1 Prozent. Während beim Umsatz der Konsensus übertroffen wurde, liegt das bereinigte Q3-EBITDA mit 97,8 Millionen unter den Analystenerwartungen von 108,9 Millionen Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)