Gold legt heute wieder zu – und Barrick Mining gleich mit. Doch der aktuelle Kursimpuls speist sich nicht nur aus dem Rohstoffpreis. Der Konzern greift tief in die eigene Struktur und bringt seine wertvollsten Gold-Assets separat an die Börse. Zu diesem Plan des zweitgrößten Goldproduzenten der Welt gibt es seit gestern neue Details.
Barrick will seine nordamerikanischen Goldaktivitäten in eine neue Einheit ausgliedern und diese Ende 2026 an die Börse bringen. Verkauft werden sollen zunächst zehn bis fünfzehn Prozent. In der neuen Gesellschaft landen die hochwertigen Assets: die Beteiligung an Nevada Gold Mines, das Fourmile-Projekt sowie eine Mine in der Dominikanischen Republik. Barrick behält die Mehrheit. Der Rest des Konzerns bleibt zurück – mit politisch heikleren Standorten in Afrika und Pakistan sowie operativen Altlasten.
Produktionsrückgang trifft Gold-Boom
Barrick produziert seit Jahren weniger Gold. 2025 fiel die Förderung auf 3,26 Millionen Unzen – der niedrigste Wert seit mindestens 25 Jahren. Gleichzeitig läuft der Goldpreis von Rekord zu Rekord. Die Aktie konnte davon lange nicht profitieren. Der Markt bestraft die Komplexität des Konzerns, geopolitische Risiken und die schwache operative Entwicklung einzelner Minen.
Die Lösung soll die Abspaltung liefern. Sichere Regionen, lange Minenlaufzeiten und kalkulierbare Kosten würden mit dem IPO eine eigene Bewertung erhalten. Bloomberg Intelligence schätzt den Wert der neuen Einheit auf knapp 60 Milliarden Dollar – vorausgesetzt, Investoren gewähren ihr eine ähnliche Bewertung wie nordamerikanischen Wettbewerbern.
Offene Fragen bleiben
Ganz ohne Risiken ist der Plan nicht. Die Kernassets liegen im Joint Venture mit Newmont. Fragen zu Einflussrechten und möglichen Vorkaufsoptionen sind bislang unbeantwortet. Zudem leidet Nevada Gold Mines unter sinkenden Erzgehalten und höheren Kosten. Bloomberg-Analysten warnen, dass die Produktion dort 2026 weiter zurückgehen könnte.
Trotzdem liefert Barrick erstmals seit Langem eine klare Strukturidee: trennscharfe Einheiten statt Gold-Konglomerat. Investoren bekommen etwas, womit sie arbeiten können.
Das sind vielversprechende Aussichten. DER AKTIONÄR hatte Barrick Mining Ende Oktober 2025 empfohlen. Seitdem liegt die Aktie rund 40 Prozent im Plus.
Heute, 16:06