Der Abverkauf greift um sich. US-Aktien setzen ihre Talfahrt fort, Risiko wird konsequent abgebaut. Der Dow verliert rund 600 Punkte beziehungsweise 1,2 Prozent. Der S&P 500 gibt ebenfalls 1,2 Prozent nach und rutscht damit für das laufende Jahr ins Minus. Der Nasdaq 100 fällt um 1,4 Prozent. Tech, Krypto und zuvor überlaufene Momentum-Trades geraten gleichzeitig unter die Räder.
Bitcoin steht sinnbildlich für die Marktmechanik dieses Tages: Der Kurs fällt zeitweise unter 64.000 Dollar. Zwangsliquidationen, Margin Calls und ETF-Abflüsse verstärken den Abwärtsdruck.
Auch an der Wall Street nimmt die Nervosität zu. Der Volatilitätsindex VIX springt auf den höchsten Stand seit November. Anleihen sind gesucht, Renditen fallen. Gleichzeitig zeigen die neuesten Arbeitsmarktdaten Risse: Die angekündigten Stellenstreichungen erreichen den höchsten Januarwert seit der Finanzkrise 2009, die Erstanträge steigen deutlich.
Im Technologiesektor steht Nvidia weiter im Fokus. Die Aktie leidet unter dem allgemeinen Risk-off-Umfeld, obwohl das operative Geschäft stabil bleibt. Belastend wirkt vor allem das politische und strukturelle Umfeld: China-Restriktionen, Lieferkettenengpässe und die klare Priorisierung des KI-Geschäfts. Dass Nvidia neue Gaming-Chips wegen Speicherknappheit verschiebt, unterstreicht die Verschiebung.
Auch die vermeintlichen sicheren Häfen zeigen Schwäche. Gold gerät unter Druck und verliert knapp drei Prozent. Silber bricht zweistellig ein. Der gleichzeitige Abverkauf von Edelmetallen und Kryptowährungen zeigt: Es geht nicht um einzelne Narrative, sondern um Liquidität. Positionen werden glattgestellt, egal wo.
Bei den Einzelwerten trifft es unter anderem Peloton hart. Die Aktie verliert zweistellig nach schwachen Zahlen und einem enttäuschenden Ausblick. Hoffnung auf eine operative Wende wird erneut vertagt.
Der Markt befindet sich nicht in einer Rotation, sondern in einer Phase breiten Verkaufs. Teure Bewertungen, hohe Hebel und unsichere Makrodaten treffen gleichzeitig aufeinander.
Nachbörslich rücken nun die Amazon-Zahlen in den Fokus – sie dürften entscheiden, ob der Tech-Sektor zumindest einen Teil der Verluste abschütteln kann oder ob der Abwärtsdruck weiter anhält. Erste Tendenz: abwärts, nachdem die Aktie bereits im regulären Handel gefallen war. Mehr am Ende der weiterführenden Beiträge unten.
Was sonst noch los war: in den folgenden Beiträgen ...
05.02.2026, 22:34