Sieben neue Highflyer: Nach Apple, Tesla & Co
17.01.2020 Fabian Strebin

Wird die Deutsche Bank jetzt grün?

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Deutsche Bank

Der Klimaschutz ist seit Monaten das beherrschende Thema der politischen Debatte. An der Börse spielt hierbei ESG eine immer größere Rolle. Das Akronym steht für Environmental, Social and Governance. Investoren schenken dem immer mehr Beachtung und Unternehmen müssen darauf reagieren.

Larry Fink, der CEO von Blackrock, hat zuletzt in einem Brief an die Vorstände deutscher Großkonzerne dazu aufgerufen, dass die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle klimafreundlich gestalten sollten. Sein Wort hat Gewicht, denn Blackrock ist der weltgrößte Vermögensverwalter und hält Beteiligungen an allen DAX-Konzernen. „Jede Regierung, jedes Unternehmen und jeder Anleger muss sich mit dem Klimawandel auseinandersetzen“, so Fink.

So stark ist Blackrock am DAX beteiligt

Deutsche Bank will grüne Projekte fördern

Auch die Deutsche Bank kann sich dem nicht entziehen. Auf dem Neujahresempfang des Unternehmens kündigte CEO Christian Sewing an, in den kommenden Jahren einen „substanziellen Teil" des Kreditportfolios von knapp 430 Milliarden Euro zur Finanzierung nachhaltiger Produkte bereitzustellen.

Auch DWS schwenkt um

Langfristig werde „das Nachhaltigkeitsrating für ein Unternehmen genauso wichtig sein wie das herkömmliche Bonitätsrating“, sagte Sewing. „Mit jedem Tag, an dem die Menschheit so weiter wirtschaftet wie bisher, werden die Folgekosten steigen – und das möglicherweise exponentiell." Auch die Fondstochter DWS will vermehrt Produkte herausbringen, die ESG-Kriterien entsprechen.

First Mover Vorteil nutzen

Das Umweltthema dürfte ein Megatrend des kommenden Jahrzehntes sein. Auch die EU-Kommission mischt hier kräftig mit. Bis 2030 sollen mindesten eine Billion Euro in den Umbau der Wirtschaft investiert werden. Die Staatengemeindschaft wird aber nur einen Teil der Mittel selbst aufbringen. Der Rest soll über Private, zum Beispiel Banken, kommen. Wer sich hier früh positioniert, könnte langfristig zu den Gewinnern gehören.

Die Aktie der Deutschen Bank gehört bisher zu den Outpeformern im neuen Jahr. Ob es sich dabei nur um ein Strohfeuer handelt, werden die Zahlen zum vergangenen Jahr am 30. Januar zeigen. Dann gibt es weitere News zum aktuellen Umbau. Meint es Sewing ernst mit dem Fokus auf ESG-Produkte, könnte sich die Deutsche Bank hier neue Erträge sichern. Allerdings stürzen sich wohl alle Finanzfirmen auf dieses Zukunftsthema.

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Deutsche Bank (WKN: 514000)