Die Aktie von Nasdaq, dem Börsenplatzbetreiber hinter den Technologieindizes Nasdaq 100 oder Nasdaq Composite, hat in den letzten Tagen ordentlich an Wert verloren. Normalerweise profitieren Handelsplätze von starken Schwankungen wie zuletzt am Gesamtmarkt. Doch Anleger treibt die Sorge um, dass das Zukunftsgeschäft von Nasdaq nun unter die Räder kommen könnte.
Brutal nach unten durchgereicht wurde seit Ende Januar die Aktie von Nasdaq. Der Börsenplatzbetreiber ist unter wichtige gleitende Durchschnitte, zuletzt die 200-Tage-Linie bei 89,67 Dollar, gefallen und hat bis jetzt noch keinen Boden gefunden. Von knapp über 100,00 Dollar Ende letzten Monats summieren sich die Verluste nun auf über 20 Prozent.
Eigentlich legen die Erträge bei Börsenbetreibern bei steigender Volatilität zu, wie etwa dem jüngsten Abverkauf zahlreicher Branchen aus Angst, dass die Geschäftsmodelle durch den Einsatz von KI-Agenten obsolet werden. Aber Nasdaq ist selbst in den Abwärtsstrudel geraten. Denn auch hier herrscht die Sorge vor, dass das Software-as-a-Service-Geschäft rund um Analysten und Daten für Finanzfirmen deutlich unter Druck kommen könnte.
Wenig bekannt ist, dass Nasdaq mittlerweile rund 80 Prozent der Erträge mit Dienstleistungen erwirtschaftet, die mit dem reinen Börsenhandel nichts mehr zu tun haben. Diese sind im Solutions-Segment gebündelt. Allerdings geht es häufig darum, dass Produkte an Handelsdaten, die man aus dem eigenen Börsenhandelsgeschäft gewinnt, geknüpft sind. Diese sind für externe Firmen in der Regel nicht oder schwer zugänglich.
Zudem geht es häufig um stärker regulierte Bereiche, wie zum Beispiel die Betrugsbekämpfung und Compliance in der Finanzindustrie. Sicherheit der Daten und Verlässlichkeit spielen hier eine große Rolle. Zumindest vorerst erscheint es schwierig für Start-ups mit KI-Agenten, dort anzugreifen.
Am Investorentag in rund zwei Wochen (25. Februar) hat das Management Gelegenheit, das deutlich zu machen und die KI-Strategie zu erläutern. Das Unternehmen ist mit Margen von mehr als 50 Prozent hochprofitabel. Aufgrund des negativen Chartbildes sollten Anleger von einem Neueinstieg aber vorerst absehen, zumal die AKTIONÄR-Empfehlung nun auch ausgestoppt wurde.
Heute, 11:05