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Schau mir in die Bücher, Kleines - Börsen-Know-how Teil 3

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Nikolas Kessler 29.09.2020, 11:50 ‧ Nikolas Kessler
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Neben Bewertungskennzahlen sollten Anleger auch einige betriebswirtschaftliche Eckdaten kennen. Darum dreht sich der dritte Teil dieser Serie.

In den ersten beiden Teilen der Einsteigerserie hat DER AKTIONÄR klassische Bewertungskennziffern von Aktien wie KGV, KBV und Dividendenrendite vorgestellt. Wer langfristig in eine Aktie investieren will, sollte sich darüber hinaus aber auch mit dem Unternehmen selbst auseinandersetzen. Dazu gehört zum einen der Blick auf das Geschäftsmodell: Was macht das Unternehmen? Womit verdient es Geld? Wie groß ist die Konkurrenz? 

Zum anderen sollten Anleger aber auch einen Blick in die Bilanz werfen – nicht umsonst müssen börsennotierte Unternehmen regelmäßig ihre Bücher öffnen. Dafür ist nicht zwangsläufig ein BWL-Studium erforderlich. Einige zentrale Kennzahlen und deren Bedeutung reichen bereits, um sich ein Bild von der wirtschaftlichen Lage einer Firma zu machen. Neben Umsatz, Ergebnis und Gewinn zählen dazu auch der Cashflow und die Eigenkapitalrendite.

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Umsatz, EBITDA, EPS – darauf kommt es an

Wenn ein Unternehmen Zahlen veröffentlicht, stehen meistens drei Kennziffern im Fokus: der Umsatz, das operative Ergebnis und der Gewinn pro Aktie (EPS). 

Der Umsatz gibt dabei zunächst nur an, wie viel im jeweiligen Zeitraum durch den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen eingenommen wurde. Er erlaubt in erster Linie Rückschlüsse auf die Größe des Unternehmens, bildet aber die Grundlage für die Berechnung weiterer Finanzkennzahlen. Zieht man vom Umsatz die Produktionskosten ab, erhält man das EBITDA – kurz für „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ und zu Deutsch „Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen“. Die Kennzahl gibt an, inwieweit das Unternehmen im operativen Geschäft profitabel arbeitet. Dazu dient auch die EBITDA-Marge, bei der das EBITDA durch den Umsatz geteilt und das Ergebnis mit 100 multipliziert wird. 

Bereinigt man das EBITDA um die Abschreibungen, erhält man das EBIT – auch Betriebsgewinn oder operatives Ergebnis genannt. Um letztlich den Jahresüberschuss beziehungsweise den Nettogewinn zu bestimmen, wird das EBIT noch um Zinserträge und -kosten sowie Steuern bereinigt. Teilt man den Jahresüberschuss durch die Anzahl der Aktien, erhält man den Gewinn pro Aktie (EPS). Umsatz und EPS bilden auch die Grundlagen zur Berechnung von KUV und KGV – mehr dazu in den ersten beiden Teilen der Serie. 

Neben den absoluten Werten sollten sich Anleger auch deren Entwicklung ansehen. Im Idealfall kann ein Unternehmen Umsatz und Gewinne von Jahr zu Jahr steigern. Bei Quartalszahlen ist der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum – also dem selben Quartal im Jahr zuvor – meist aufschlussreicher als die sequenzielle Betrachtung. Besonders spannend ist in beiden Fällen der Blick in die Zukunft, etwa in Form von Prognosen und Analystenschätzungen. Diese sind aber naturgemäß mit Unsicherheiten verbunden, schließlich haben auch Manager und Analysten keine Glaskugel.

Cashflow: Alles im Fluss?

Der Cashflow gibt – wie der Name vermuten lässt – den Fluss der finanziellen Mittel in einem bestimmten Zeitraum an und erlaubt Rückschlüsse auf Liquidität und Ertragslage des Unternehmens. Er berechnet sich, indem man die Auszahlungen von den Einzahlungen abzieht oder zum Gewinn die Abschreibungen und Rückstellungen addiert. Ergibt sich dabei ein positiver Wert, spricht man von einem Überschuss – das Unternehmen ist in der Lage, Schulden zu tilgen und Investitionen zu stemmen. Ein negativer Wert wird als Defizit bezeichnet und deutet auf Liquiditätsengpässe hin.

Das Beispiel zeigt, wie sich Umsatz, EBITDA und Nettogewinn von Apple in den letzten Jahren entwickelt haben. 2020 und 2021 erwarten die Analysten weiteres Wachstum bei allen drei Kennziffern. Quelle: Bloomberg

Eigenkapital: Rendite vs. Quote

Aktionäre sollten sich auch ansehen, wie das Unternehmen mit dem Eigenkapital umgeht – schließlich stellen sie genau das zur Verfügung. Relevant ist etwa die Eigenkapitalrendite, die sich aus Jahresüberschuss geteilt durch Eigenkapital mal 100 berechnet. Sie gibt an, wie rentabel das Eigenkapital eingesetzt wird. Ein Wert oberhalb der Rendite langfristiger Kapitalmarktanlagen gilt als guter Richtwert. Bei Unternehmen, die (noch) keinen Gewinn machen, funktioniert die Berechnung natürlich nicht. In diesem Fall wäre die Cash-Burn-Rate eine Alternative. 

Neben der Rendite sollten sich Anleger auch die Eigenkapitalquote ansehen. Sie beziffert das Verhältnis von Eigen- zu Fremdkapital und gibt Hinweise auf die finanzielle Stabilität und Krisenfestigkeit. Je höher der Wert, desto besser.

Dieser Artikel ist in DER AKTIONÄR Nr. 40/2020 erschienen, welches Sie hier als PDF gesamt herunterladen können.

Lesen Sie hier Teil 2 der Einsteiger-Serie.

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