Als designierter Leiter der mächtigsten Zentralbank der Welt strebt Kevin Warsh große Veränderungen an. Doch es droht eine Konfrontation mit US-Präsident Donald Trump über die Zinspolitik.
Donald Trumps Kandidat für die Führung der wichtigsten Zentralbank der Welt hat sich seiner Bewährungsprobe gestellt. Am 21. April begann der einflussreiche Bankenausschuss des Senats mit den Anhörungen zur Bestätigung von Kevin Warsh als Vorsitzender der US-Notenbank Federal Reserve.
Dabei ging es nicht nur um die Steuerung der größten Volkswirtschaft der Welt, sondern auch um Entscheidungen, die andere Länder zu Abwertungen zwingen oder sie aus finanziellen Schwierigkeiten befreien können.
Während sich der 56-Jährige auf einige intensive Tage auf dem Capitol Hill vorbereitete, standen drei zen-trale Fragen im Raum: Was will Warsh bei der Notenbank erreichen? Wird er in die Fußstapfen des derzeitigen Fed-Vorsitzenden Jay Powell treten und mit Trump in Konflikt geraten, wobei die US-Wirtschaft im Fadenkreuz steht? Und wird der gesamte Senat seine Ernennung letztlich bestätigen?
Gespräche mit Vertrauten Warshs sowie mit Akteuren aus Washington und von der Wall Street zeichnen das Bild eines Mannes, der jahrelang auf diesen Moment gewartet hat und nun tiefgreifende Reformen plant – von der Kommunikationspolitik bis zur Reduzierung der Fed-Bilanz.
Doch die unmittelbaren Herausforderungen sind noch größer.
Trump drängt angesichts inflationärer Impulse durch den Irankrieg auf Zinssenkungen. Sollte Warsh dem Präsidenten nachgeben, droht ein Bruch mit den übrigen elf Mitgliedern des geldpolitischen Ausschusses – und eine erhebliche Beschädigung der Glaubwürdigkeit der Notenbank nach Jahren überhöhter Inflation.
Widersetzt er sich hingegen dem Weißen Haus, riskiert er eine direkte Konfrontation mit dem Präsidenten – insbesondere im Vorfeld der wichtigen Zwischenwahlen im November.
„Logischerweise würde Trump [Warsh] etwas Spielraum lassen und denken: ‚Dieser Mann hat gesagt, dass er grundsätzlich dafür ist, die Zinsen im Laufe der Zeit zu senken, und ich werde ihm etwas Spielraum geben, bevor ich ihn angreife‘“, sagt Don Kohn, ehemaliger Vizechef der Fed, der während der Finanzkrise mit Warsh zusammengearbeitet hat und nun beim Thinktank Brookings Institution tätig ist. „Aber Logik setzt sich nicht immer auf Truth Social durch.“
Wer ist Warsh – und was will er?
Warsh, der vor acht Jahren Powell im Rennen um den Fed-Vorsitz unterlag, strebt seit Langem den Spitzenposten bei der Fed an. Als Trump ihn nach der Wahl 2024 als möglichen Finanzminister ins Spiel brachte, machte Warsh deutlich, dass ihn die Leitung der Zentralbank deutlich mehr reizt.
Der überzeugte Republikaner, der sagt, er sei „gesegnet“ gewesen, während seines Studiums an der Stanford University Schüler des Monetarismus-Vorreiters Milton Friedman gewesen zu sein, wurde 2006 zum jüngsten Gouverneur der Fed aller Zeiten ernannt. Große Bekanntheit erlang er während der Finanzkrise.
Nachdem er zuvor bei Morgan Stanley und im Weißen Haus unter George W. Bush gearbeitet hatte, fungierte er als Vermittler zwischen Fed-Chef Ben Bernanke, der Wall Street und dem Kongress.
Damals galt er als geldpolitischer Falke und warnte noch kurz vor dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Jahr 2008 vor Inflationsrisiken. Letztendlich erwies sich die darauffolgende Finanzkrise als stark disinflationär.
Im Gegensatz dazu zeigte sich Warsh während Trumps aktueller Amtszeit eher zurückhaltend – während der Präsident Powell als „Dummkopf“ und „Idiot“ beschimpfte, weil dieser die Zinsen nicht drastisch senkte.
Warsh griff Ideen des früheren Fed-Chefs Alan Greenspan auf und argumentierte, ein durch Künstliche Intelligenz ausgelöster Produktivitätsschub könne den Weg für deutliche Zinssenkungen ebnen – eine These, die andere Mitglieder des zinsbestimmenden Federal Open Market Committee skeptisch sehen.
Das ist aber nicht das einzige Konfliktpotenzial mit seinen mutmaßlichen Kollegen. Seit seinem Rücktritt aus dem Fed-Direk-torium vor 15 Jahren hat Warsh die Institution wiederholt kritisiert.
„Er ist seit vielen Jahren nicht mehr bei der Fed und hat die Dinge von außen beobachtet, daher ist es naheliegend, dass er mit einer neuen Sichtweise kommt, wie die Dinge gehandhabt werden sollten“, sagt Raghuram Rajan, ehemaliger Chef der indischen Zentralbank und Wissenschaftler an der University of Chicago. Er ist wie Warsh Mitglied der elitären „Group of 30“, einem Gremium führender Ökonomen und Finanzfachleute. „Allerdings tritt er in einem Umfeld mit enormen politischen Zwängen an.“
Kevin wird nicht stur bleiben, sollten sich die Fakten ändern.
Im Zentrum von Warshs Kritik an der Fed steht die Kommunikationspolitik. Warsh plädiert für einen zurückhaltenden Ansatz.
Besonders ablehnend steht er den sogenannten „Dot Plots“ gegenüber – den vierteljährlich veröffentlichten Zinsprognosen der 19 Notenbanker. „Sobald Entscheidungsträger ihre Wirtschaftsprognosen offenlegen, können sie zu Gefangenen ihrer eigenen Worte werden“, sagte Warsh vor einem Jahr.
Auch die Zahl seiner öffentlichen Auftritte möchte er reduzieren. Zwar kann er nicht kontrollieren, wie oft andere Fed-Mitglieder sprechen, doch hofft er auf Nachahmung. Er ist der Ansicht, dass eine solche Medienpräsenz nicht nur zu viel Lärm verursacht, sondern auch – in unerwünschter Weise – die Ansicht der Anleger bestärkt, dass die Zentralbank der unverzichtbare Akteur zur Lösung wirtschaftlicher Probleme und zur Beruhigung der Märkte ist.
„Sein Argument ist, dass konsistentes Handeln die ständige Kommunikation überflüssig macht“, sagt Vincent Reinhart, früherer Fed-Ökonom. „Zugleich sieht er die Gefahr, dass zu viel Kommunikation die Glaubwürdigkeit untergräbt. Und das macht den Ausschuss anfälliger für politische Kritik.“
Handelsskandale – die zuletzt zum Rücktritt von Fed-Gouverneurin Adriana Kugler führten – zeigen laut Warsh, dass Führungskräfte mehr Selbstreflexion betreiben müssen. Die US-Notenbank verschärfte im Jahr 2022 ihre Beschränkungen für Handelsgeschäfte von Führungskräften als Reaktion auf frühere Verstöße.
Zudem will Warsh die Datenerhebung modernisieren, um mehr Echtzeitinformationen einzubeziehen, wie aus Insiderkreisen hervorgeht.
In der Inflationsdebatte widerspricht Warsh der offiziellen Linie der Zentralbank, die Pandemie und Ukraine-Krieg als Hauptursachen sieht. Warsh ist der Ansicht, dass diese Analyse symptomatisch für einen Mangel an Neugierde bei einigen Insidern ist, von denen viele langjährige Mitarbeiter sind, die seiner Meinung nach zu festgefahren in ihren Gewohnheiten sind. Stattdessen sieht er die Entscheidung der Zen-tralbank, Staatsanleihen im Wert von Billionen Dollar aufzukaufen, als einen wesentlichen Grund dafür, warum die Preise so stark gestiegen sind.
Mehr interne Debatten könnten helfen, die Analyse zu schärfen. Dies würde an seine Erfahrungen aus der Bernanke-Ära erinnern, als der damalige Vorsitzende, Warsh selbst und Kohn, der damals stellvertretender Vorsitzender war, ihre Reaktion auf die Finanzkrise hinter verschlossenen Türen ausdiskutieren konnten.
Doch um Einfluss im heute stark konsensorientierten Ausschuss zu gewinnen, muss Warsh seine Kollegen überzeugen.
„Er ist klug und reflektiert“, sagt der frühere Richmond-Fed-Präsident Jeff Lacker. „Aber sein Erfolg hängt davon ab, ob er konstruktiv mit Kollegen und Mitarbeitern diskutiert, wie er die Fed voranbringen will.“
Um seine Agenda durchzusetzen, müsse er seine Kritik an der Fed zu einem schlüssigen Argument ausarbeiten: „Er hat scharfe Kritik an den Mitarbeitern des Vorstands und der Denkweise der Fed geübt. Aber es braucht ein Modell, um ein Modell zu schlagen.“
Warsh will zudem die Bilanzsumme der Institution in Höhe von 6,7 Billionen Dollar reduzieren, die durch massive Anleihekäufe zur Ankurbelung der Wirtschaft während der Finanzkrise und der Covid-Pandemie gestiegen ist.
Chris Waller, einer der angesehensten Ökonomen im Vorstand der Fed, der sich gegen Warsh um den Vorsitz durchgesetzt hat, hält die Idee, die Bilanzsumme auf das Niveau vor der Finanzkrise zu schrumpfen, für „ineffizient“ und „dumm“, da dies zu Marktturbulenzen führen könnte, indem den Banken die Liquidität verweigert wird, die sie benötigen.
Vertraute von Warsh betonen jedoch, dass eine Abkehr vom derzeitigen Mindestreservesystem nur langsam erfolgen würde, nachdem umfangreiche Untersuchungen durchgeführt worden seien, und dass dabei nicht angestrebt werde, ganz auf das Niveau von 2008 zurückzufallen.
Warsh argumentierte, eine kleinere Bilanz würde Spielraum für kurzfristige Zinssenkungen schaffen, indem die finanziellen Bedingungen durch die alternative Maßnahme einer Verringerung der Liquidität im Bankensystem gestrafft würden. Ökonomen warnen jedoch, dass der Verkauf von US-Staatsanleihen die langfristigen Finanzierungskosten für die US-Regierung und Hypothekennehmer erhöhen würde.
„„[Warsh sagt], er habe Donald Trump erklärt, er sehe aufgrund [der Bilanzpolitik] eine Möglichkeit, die Zinsen deutlich zu senken“, sagt Joseph Gagnon, ein ehemaliger Fed-Beamter, der nun beim Thinktank Peterson Institute for International Economics tätig ist. „Aber ich vermute, er hat Donald Trump nicht gesagt, dass dies bedeuten könnte, dass die Hypothekenzinsen höher statt niedriger wären.“
Steuert Warsh auf einen Konflikt mit Trump zu?
Warsh war nicht unbedingt Trumps erste Wahl. Lange galt Kevin Hassett, Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats, als sein Favorit. Doch dessen Kandidatur löste an der Wall Street heftige Kritik aus, da man ihm eine zu große Loyalität gegenüber Trump in Fragen wie Zöllen oder der Entlassung des Leiters des Bureau of Labor Statistics vorwarf.
Sie scheiterte schließlich an einer strafrechtlichen Untersuchung gegen Powell, die von Trumps Verbündeter Jeanine Pirro, der US-Staatsanwältin für Washington DC, eingeleitet worden war.
Powells öffentliche Gegenwehr gegen eine Untersuchung des US-Justizministeriums, die er als plumpen Versuch wertete, die Federal Reserve zu Zinssenkungen zu zwingen, hat unter Wall-Street-Experten die Befürchtung verstärkt: Ein Trump-Ja-Sager als künftiger Fed-Chef könnte eine ernste Gefahr darstellen.
Finanz-Giganten wie Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, setzten sich hinter den Kulissen dafür ein, Trump davon zu überzeugen, einen anderen Kandidaten als Hassett zu wählen. Vor diesem Hintergrund erhielt Warsh schließlich den Zuschlag.
Dieser ist Trump keineswegs fremd. Er hat einen direkten Draht zum Präsidenten, und es bestehen auch familiäre Verbindungen: Warsh ist Schwiegersohn von Ronald Lauder, einem milliardenschweren republikanischen Großspender und College-Freund Trumps.
Er kennt Finanzminister Scott Bessent, der die ersten Phasen des Auswahlverfahrens leitete, aus seiner Zeit im Family Office des Wall- Street-Giganten Stanley Druckenmiller.
Trump sagt, er mache sich keine Sorgen wegen Kevin Warshs bisheriger restriktiver Haltung.
Angesichts des Wettstreits um Trumps Gunst ist Warshs jüngste Haltung zu den Zinssätzen besonders genau unter die Lupe genommen worden.
„Trump hat Loyalität und die Bereitschaft zu einer bedingungslosen Lockerung der Geldpolitik als eines der wichtigsten Kriterien bei der Auswahl seines Fed-Chefs genannt“, sagt Derek Tang von Monetary Policy Analytics. „Aber natürlich hat Warsh auch eine sehr lange dokumentierte Geschichte [der restriktiven Haltung in Bezug auf Zinssätze].“
Alan Schwartz, der während seiner Zeit bei Bear Stearns – der Investmentbank, deren Zusammenbruch 2008 die Finanzkrise einläutete – mit Warsh zusammengearbeitet hat, glaubt dennoch, Warsh werde sich an wirtschaftlichen Daten orientieren und nicht an politischem Druck.
„Auch wenn dies mit dem übereinstimmte, was die Trump-Regierung für richtig hielt, wird Kevin nicht stur bleiben, sollten sich die Fakten ändern“, sagt Schwartz. Er ist heute Vorstandsvorsitzender des privaten Vermögensverwalters Guggenheim Partners und hat während der Krise eng mit Warsh zusammengearbeitet. „Kevin genießt einen hervorragenden Ruf als Experte für Finanzpolitik und wird bestrebt sein, die richtige Antwort zu finden.“
Sein unmittelbarstes Problem – vorausgesetzt, er wird vom Senat bestätigt – besteht darin, dass die Folgen des Irankonflikts seine Möglichkeiten für selbst eine geringfügige Zinssenkung eingeschränkt haben, die den Präsidenten zumindest teilweise besänftigen könnte.
„Es ist kein guter Zeitpunkt für einen Amtsantritt, es gibt jede Menge Herausforderungen“, sagt Rajan. Neben der hohen Inflation könnten auch Risiken im privaten Kreditsektor dazu führen, dass Warsh Risiken für die Stabilität des US-Finanzsystems bewältigen muss. „Aber er hat die Fähigkeit dazu, daher bin ich zuversichtlich, dass es klappt.“
Trotz eines Rückgangs der Ölpreise Ende letzter Woche gehen die Märkte weiterhin davon aus, dass eine Zinssenkung bei der Fed-Sitzung im Juni – die Warshs erste wäre, sollte er Mitte Mai die Nachfolge von Powell antreten – vom Tisch ist.
Futures deuten auf weniger als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Senkung in diesem Jahr hin – weit entfernt von Trumps Forderung nach schnellen und deutlichen Zinsschritten in seinem sozialen Netzwerk Truth Social.
Tang von Monetary Policy Analytics fügt hinzu: „Für Warsh könnte die Schonfrist sehr kurz sein.“
Tatsächlich beschränkt sich Trumps feindselige Haltung gegenüber der Fed nicht nur auf Powell und die Zinspolitik. Er versuchte vergeblich, Gouverneurin Lisa Cook wegen Vorwürfen des Hypothekenbetrugs zu entlassen. Sie bestreitet die Vorwürfe und hat den Versuch des Präsidenten, sie zu entlassen, vor den Obersten Gerichtshof gebracht.
Das erschwert Warshs Ziel, die Beziehungen zwischen Notenbank und Regierung neu zu ordnen.
Er plädiert dafür, dass die Zentralbank ihre Beziehung zum Finanzministerium neu gestalten sollte, damit sie außerhalb von Finanzkrisen nicht mehr riesige Mengen an Anleihen kauft, um die US-Wirtschaft zu stützen. Doch angesichts Trumps öffentlicher Feindseligkeit gegenüber Powell und Cook ist unklar, inwieweit Warsh in der Lage sein wird, im Kapitol auf eine grundlegende Reform zu drängen.
„Die meisten Senatoren sind der Meinung, dass die Institution funktioniert“, Michael Feroli, Chefökonom für die USA bei JPMorgan Chase. „Ich glaube nicht, dass sie auf jemanden hören wollen, der umfassende Veränderungen anstrebt.
Welche Hürden stehen Warsh bevor?
Warsh hat zahlreiche Unterstützer – sowohl Demokraten als auch Republikaner – unter Wirtschaftswissenschaftlern und ehemaligen Spitzenbeamten.
Während seiner Zeit bei der Fed arbeitete Austan Goolsbee, heute Präsident der Chicago Fed, mit ihm im Weißen Haus unter Obama zusammen.
„Ich gehe fest davon aus, dass er den Posten wirklich ernst nehmen wird“, sagte Goolsbee letzte Woche gegenüber der FT. „Die Fed liegt ihm am Herzen.“
Die ehemalige Außenministerin Condoleezza Rice sagte in einem Interview kurz nach Warshs Nominierung, dass ihm „die Themen sowie die amerikanische Wirtschaft und der amerikanische Wohlstand sehr am Herzen liegen […] Kevin wird seinem Gewissen und seiner Mission folgen.“
Doch ob und wann der Senat abstimmt, ist immer noch offen.
Thom Tillis, ein republikanischer Senator aus North Carolina, der Mitglied des Bankenausschusses ist, will die Abstimmung blockieren, solange die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Powell nicht eingestellt werden.
Damit besteht die Möglichkeit, dass der amtierende Fed-Vorsitzende auch nach Ablauf seiner Amtszeit am 15. Mai im Amt bleibt.
Ein solches Ergebnis wäre für den US-Präsidenten kaum willkommen. Trump sagte am vergangenen Mittwoch, er werde Powell entlassen, falls der Fed-Vorsitzende nicht „pünktlich“ aus dem Amt scheide, und fügte hinzu, er wolle weiterhin, dass Pirro ihre strafrechtlichen Ermittlungen fortsetze.
Powell sagt, er werde als vorläufiger Vorsitzender im Amt bleiben, bis Warsh die Mehrheit im Senat hinter sich versammeln kann.
Ohne die Unterstützung von mindestens 51 republikanischen Senatoren dürfte Warshs Ernennung wahrscheinlich scheitern.
Sobald die Untersuchung gegen Powell abgeschlossen ist, gehen viele in der Regierung und im Kapitol – sowie auf den politischen Prognosemärkten – aber davon aus, dass der Senat Warsh letztlich bestätigen wird.
Einige argumentieren, die Verzögerungen könnten sich sogar als Segen für den designierten Fed-Vorsitzenden erweisen: Gerichtsurteile zugunsten von Cook und Powell würden nicht nur sein Bestätigungsverfahren wieder in Gang bringen, sondern Warsh auch vor dem Druck des Weißen Hauses schützen.
Auch wenn sich Warsh in den letzten Monaten nicht über die Unabhängigkeit der Fed gesprochen hat, hat er sich zuvor öffentlich zu diesem Thema geäußert.
Im Jahr 2010 hielt er, damals noch als Gouverneur der Fed, eine Rede mit dem Titel „Eine Ode an die Unabhängigkeit“, in der er die Fähigkeit der Zentralbanken, eigene Entscheidungen zu treffen, als „wertvoll“ und als „Grundpfeiler der institutionellen Glaubwürdigkeit“ bezeichnete.
„Ich bin sicher, dass Warsh, was auch immer er Trump gesagt hat, nicht als der nächste Arthur Burns in die Geschichte eingehen und der Mann sein will, der jahrelange Stagflation ausgelöst hat“, sagt der ehemalige Fed-Beamte Gagnon, in Anspielung auf den Fed-Chef, der dem politischen Druck Richard Nixons nachgab und zur Inflation beitrug.
„Wenn der Supreme Court Cook schützt, wird auch Warsh geschützt sein. Ich glaube, er wird das Gefühl haben, dass er tun kann, was er für richtig hält – und was er für richtig hält, dürfte Trump enttäuschen.“
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