Wo ist das Problem? Die heute veröffentlichten Zahlen des Zara-Eigners zeigen weiterhin ein solides Wachstum. Umsatz und Bruttogewinn legten im ersten Halbjahr deutlich zu. Für schlechte Stimmung sorgen jedoch unter anderem die Kosten.
Das operative Ergebnis blieb hinter den Erwartungen zurück. Zudem plant Inditex zusätzliche Investitionen von rund 200 Millionen Euro. Die Aktie gerät daraufhin kräftig unter Druck.
An der Börse in Madrid fiel die Inditex-Aktie heute zeitweise um fast 5 Prozent. Damit verzeichnete das Papier den stärksten Rückgang seit sechs Monaten. Zuletzt lag das Minus noch bei mehr als 3 Prozent.
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 7,6 Prozent auf knapp 19,8 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 19,7 Milliarden gerechnet. Auch der Bruttogewinn entwickelte sich besser als erwartet und kletterte um 8,3 Prozent auf 11,6 Milliarden.
Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern verfehlte Inditex die Prognosen jedoch. Das EBIT legte zwar um 7,6 Prozent auf 3,84 Milliarden Euro zu. Erwartet worden waren allerdings 3,92 Milliarden Euro. Die operative Marge lag bei 19,5 Prozent und damit unter der Konsensschätzung von 19,9 Prozent.
Kosten bremsen
Hinter dem Ergebnisrückstand stehen vor allem höhere betriebliche Kosten. Diese wuchsen etwas schneller als der Umsatz. Besonders die Vertriebs- und Verwaltungskosten belasteten die Marge. Auch höhere Mietaufwendungen spielten eine Rolle.
Der Nettogewinn erhöhte sich um 6,8 Prozent auf 2,98 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 3,06 Milliarden Euro gerechnet.
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgt das Investitionsprogramm. Neben den regulären Investitionen von rund 2,3 Milliarden Euro plant Inditex im laufenden Geschäftsjahr außerordentliche Ausgaben von knapp 200 Millionen Euro.
Keine Panik
Operativ gibt es allerdings auch positive Signale. Zwischen dem 1. August und dem 7. September stieg der Umsatz zu konstanten Wechselkursen um 9 Prozent. Das spricht für eine anhaltend robuste Nachfrage. Neben Zara entwickeln sich laut Analysten auch die Marken Bershka und Stradivarius besonders stark.
Inditex rechnet für 2026 weiterhin mit einer weitgehend stabilen Bruttomarge. Auch die Analysten bleiben überwiegend zuversichtlich. JPMorgan sprach von einem kleinen EBIT-Rückstand, der durch die starke Umsatzentwicklung ausgeglichen werde.
Die Aktie reagiert zunächst empfindlich auf den Margenrückstand und die zusätzlichen Investitionen. Doch die Nachfrage nach den Marken bleibt stark, der Umsatz wächst weiter. Ebenfalls erfreulich: AKTIONÄR-Leser sitzen immer noch auf zweistelligen Gewinnen (Empfehlung in Ausgabe 24/24).
Heute, 17:01
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