Neue Ausgabe: 12 Top-Aktien für Post-Corona-Ära
11.02.2020 Nikolas Kessler

Delivery Hero: Dieses Wachstum ist der Hammer

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Delivery Hero
Trendthema

Delivery Hero hat am Dienstagmorgen per Trading-Update Einblicke in die Geschäftsentwicklung gegeben. Im vierten Quartal und im Gesamtjahr 2019 ist der Essenslieferdienst demnach kräftig gewachsen. Und ich für das laufende Jahr setzt sich das MDAX-Unternehmen ambitionierte Ziele.

Delivery Hero hat den Umsatz im Geschäftsjahr 2019 auf 2,46 Milliarden Euro mehr als verdoppelt (plus 109 Prozent). Die eigene Prognose wurde damit erfüllt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die vorläufige bereinigte EBITDA-Marge beziffert das Unternehmen auf minus 29,6 Prozent.

Delivery Hero

Profitiert hat Delivery Hero dabei von einem starken Anstieg des Bestellaufkommens auf der Plattform: Die Anzahl der Bestellungen ist 2019 um 80 Prozent auf 666 Millionen gestiegen, der Bruttowarenwert (GMV) um 66 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro.

Überdurchschnittlich stark war dabei die Entwicklung im Schlussquartal: Die Zahl der Bestellungen hat sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 216 Millionen beinahe verdoppelt (plus 99 Prozent). Der Quartalsumsatz ist sogar um 117 Prozent auf 483 Millionen Euro gestiegen.

Delivery Hero

Optimistische Prognose für 2020

Auch 2020 will das Unternehmen kräftig weiterwachsen: Der Umsatz soll um rund 70 Prozent auf 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro steigen. Unter dem Strich wird Delivery Hero zwar auch in diesem Jahr wieder rote Zahlen schreiben, gemessen an der EBITDA-Marge das Management aber eine spürbare Verbesserung auf minus 18 bis minus 14 Prozent an. Im Europa-Geschäft soll in diesem Jahr die Gewinnschwelle erreicht werden. Für Investitionen in weiteres Wachstum stehen bis zu 200 Millionen Euro zur Verfügung.

Delivery Hero (WKN: A2E4K4)

Wachstum kostet – Aktie unter Druck

Nachdem sich die Aktie am Montag mit über drei Prozent Kursplus wieder dem Allzeithoch aus der Vorwoche angenähert hatte, rutscht sie am Dienstagmorgen mit einem Minus von rund vier Prozent ans MDAX-Ende. Der Grund: Das satte Wachstum im operativen Geschäft geht zu Lasten des Ergebnisses. Nach Einschätzung von Händlern dürften die EBITDA-Erwartungen nach den Zahlen weiter sinken.

Hinzu kommen Gewinnmitnahmen, denn auf 12-Monats-Sicht hat sich der Kurs in der Spitze mehr als verdoppelt. Anleger, die der AKTIONÄR-Empfehlung in Ausgabe 33/2019 gefolgt sind, liegen aber immer noch über 60 Prozent vorne und sollten sich von dem aktuellen Rücksetzer nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Mit Material von dpa-AFX.