Der DAX hat am Freitag nahezu stabil geschlossen. Zeitweise näherte sich der Leitindex seinem im Januar markierten Rekordstand von 25.507 Punkten bis auf rund 100 Zähler an. Marktbeobachter wie Baader-Bank-Experte Robert Halver sehen darin ein Zeichen dafür, dass Investoren verstärkt europäische Aktien ins Visier nehmen.
Im weiteren Verlauf scheiterte der DAX jedoch erneut an der Widerstandszone um 25.300 Punkte. Zum Handelsschluss stand ein minimales Minus von 0,02 Prozent auf 25.284,26 Punkte zu Buche. Auf Wochensicht behauptete sich das Börsenbarometer dennoch im Plus, für den Februar ergibt sich ein Zuwachs von rund drei Prozent. Angesichts geopolitischer Risiken und der angespannten Lage zwischen den USA und dem Iran werteten Marktteilnehmer diese Entwicklung als beachtlich.
Mehr Dynamik zeigte der MDAX, der um 0,34 Prozent auf 31.560,34 Punkte zulegte. An der Wall Street dominierten hingegen Verluste: Der Dow Jones Industrial lag zum europäischen Handelsschluss rund 1,2 Prozent im Minus. Die UBS hatte ihre Einstufung für US-Aktien zuvor auf „Benchmark“ gesenkt.
Mit Blick auf den Iran stellte Außenminister Abbas Araghtschi nach einer weiteren Gesprächsrunde mit den USA neue technische Verhandlungen in Wien in Aussicht. Ob daraus eine weitere formelle Verhandlungsrunde entsteht, blieb allerdings offen.
Unter den Einzelwerten geriet BASF unter Druck. Der Ausblick des Chemiekonzerns auf das laufende Jahr fiel verhalten aus, die Aktie verlor 1,9 Prozent. Laut UBS-Analyst Geoff Haire liegen die Mittelpunkte der Prognosespannen für operatives Ergebnis und Free Cashflow unter den Markterwartungen.
An der Spitze des DAX standen hingegen Scout24 mit einem Plus von 4,7 Prozent. Die Titel erholten sich von den Vortagesverlusten und profitierten von positiven Aussagen des britischen Wettbewerbers Rightmove zur Rolle von KI im Immobiliensektor.
Gefragt waren auch Telekommunikationswerte. Die Deutsche Telekom legte um 3,6 Prozent zu. Spekulationen über eine mögliche Übernahme von 1&1 durch Telefonica sorgten für Bewegung: 1&1 verteuerten sich im SDAX um 8,3 Prozent, United Internet gewannen im MDAX sogar 13 Prozent.
Delivery Hero schwankte nach Zahlen deutlich und schloss schließlich 4,4 Prozent tiefer. Analysten sprachen von einem gemischten Schlussquartal. Deutlich besser lief es für Aixtron, die im MDAX nach positiven Analystenkommentaren knapp acht Prozent zulegten. Im SDAX führten Hypoport mit einem Plus von neun Prozent die Gewinnerliste an. Das Unternehmen strebt für 2026 eine spürbare Ergebnissteigerung im operativen Geschäft an.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 18:07