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Weitere Angriffe, USA verlegen zusätzliche Kampfjets in den Nahen Osten, Brent steigt auf 88 Dollar

Weitere Angriffe, USA verlegen zusätzliche Kampfjets in den Nahen Osten, Brent steigt auf 88 Dollar
Foto: picture alliance / SIPA | Mowj/MEI
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Thorsten Küfner 20.07.2026, 06:49 Thorsten Küfner
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Während sich die USA und der Iran auch in der vergangenen Nacht erneut gegenseitig angegriffen haben, wächst die Furcht vor einer weiteren Eskalation des Konflikts. Nach Berichten US-amerikanischer Medien entsendet Washington zusätzliche Kampf- und Tankflugzeuge in den Nahen Osten. Gleichzeitig setzte das US-Militär seine Luftangriffe auf Ziele im Iran fort. 

Nach eigenen Angaben dienen die Einsätze dazu, mögliche iranische Angriffe auf die für den weltweiten Handel mit Öl, Gas und Düngemitteln strategisch wichtige Straße von Hormus zu verhindern. Es war bereits die neunte Nacht in Folge mit US-Angriffen auf iranisches Territorium. Aus mehreren Regionen des Landes wurden Explosionen gemeldet.

Das für die Region zuständige US-Kommando Centcom erklärte auf der Plattform X nach Abschluss der Angriffe, dass militärische Kommandoeinrichtungen, Luftverteidigungs- und Küstenüberwachungsanlagen, Abschussvorrichtungen für Raketen und Drohnen sowie Kommunikationsnetzwerke attackiert worden seien.

Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen unter anderem aus der nordiranischen Stadt Tabris, der Hafenstadt Tschahbahar am Golf von Oman, aus Konarak in der Provinz Sistan-Belutschistan sowie aus den Hafenstädten Mahschahr und Bandar Imam Chomeini gemeldet. Auch die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars berichtete von Detonationen in der Umgebung von Sirik nahe der Straße von Hormus sowie aus der Provinz Buschehr.

Als Reaktion auf die anhaltenden US-Luftangriffe setzt der Iran seine Vergeltungsschläge gegen Staaten mit US-Militärpräsenz in der Region fort. Kuwait meldete in der Nacht erneut Angriffe. Nach Angaben der Armee wurden "feindliche Drohnen" aus dem Iran von der Luftverteidigung abgefangen. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht veröffentlicht. Auch in Bahrain, einem engen Verbündeten der USA, wurden erneut Luftalarm und Sirenen ausgelöst, wie das Innenministerium des Landes mitteilte.

In der Straße von Hormus geriet zudem nach Angaben der britischen Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) ein Schiff in Brand. Der Vorfall ereignete sich rund acht Seemeilen – knapp 15 Kilometer – nordwestlich des omanischen Küstenortes Kumzar. Die Ursache des Feuers war zunächst unklar. Die Behörde riet Schiffen, das Gebiet bis zur Klärung des Vorfalls nur mit besonderer Vorsicht zu passieren.

Zu den militärischen Optionen der USA zählen inzwischen eine Ausweitung der Luftangriffe, der mögliche Einsatz von Bodentruppen zur Besetzung iranischer Inseln in der Nähe der Straße von Hormus sowie ein Angriff auf die iranische Atomanlage "Pickaxe Mountain". US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt mit einem Schlag gegen den Komplex gedroht, der sich im Berg Kuh-e Kolang südlich der Nuklearanlage Natans im Zentraliran befindet.

Medien: USA entsenden weitere Kampfflugzeuge

Nach Informationen des "Wall Street Journal" verlegen die USA unter anderem F-16-Kampfjets vom Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem in Rheinland-Pfalz in den Nahen Osten. Außerdem sollen F-35-Kampfflugzeuge vom britischen Stützpunkt RAF Lakenheath, der von den USA genutzt wird, in die Region verlegt werden. Auch zusätzliche Tankflugzeuge seien bereits auf dem Weg. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf US-Regierungsvertreter ebenfalls über diese Verstärkungen.

Den Berichten zufolge fiel die Entscheidung über die Truppenverlegung bereits vor dem Freitag, an dem nach Angaben des US-Militärs erstmals seit mehreren Monaten wieder zwei US-Soldaten durch iranischen Beschuss getötet wurden. Inzwischen meldete das Militär den Tod eines weiteren Soldaten. Er kam demnach am Samstag im Nordirak bei der kontrollierten Sprengung von Blindgängern einer abgeschossenen iranischen Einwegdrohne ums Leben. Damit steigt die offiziell bestätigte Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Soldaten auf 17.

Die "Washington Post" zitierte einen nicht namentlich genannten US-Beamten mit der Einschätzung, dass sich die Vereinigten Staaten auf einen umfassenderen Krieg vorbereiteten. Zugleich verwies der Regierungsvertreter darauf, dass sinkende Munitions- und Waffenbestände den militärischen Handlungsspielraum begrenzen könnten. "Wir haben nicht genug, um die Einsätze sicher aufrechtzuerhalten, und ich glaube nicht, dass sich das Weiße Haus dessen bewusst ist", zitierte die Zeitung den Beamten.

Öl Brent (ISIN: XC0009677409)

Wenig verwunderlich ziehen angesichts der aktuellen Entwicklung im Nahen Osten die Ölpreise weiter an. WTI- und Brent-Öl steigen um jeweils knapp vier Prozent auf 82 US-Dollar beziehungsweise 88 US-Dollar. Davon dürften wiederum natürlich diverse Energieproduzenten profitieren. Besonders gut läuft es etwa beim spanischen Konzern Repsol, da das Unternehmen selbst nicht im Nahen Osten aktiv ist. Die günstig bewertete Dividendenperle bleibt attraktiv. Der Stoppkurs sollte zur Gewinnsicherung nun auf 17,50 Euro nachgezogen werden. 

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