Die Preise für Einfuhren in die USA sind im September um 1,1 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Das teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Plus zwischen 0,8 und 0,9 Prozent gerechnet. Der Anstieg im August wurde von 0,7 Prozent auf 0,5 Prozent revidiert.
Im Jahresvergleich verteuerten sich die Importe um 8,1 Prozent, was nach 7,0 Prozent im August nun im Rahmen der Erwartungen lag. Die Terminkontrakte auf die großen US-Indizes reagierten vorbörslich kaum verändert.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
Importpreise im September: plus 1,1 Prozent zum Vormonat, Jahresrate 8,1 Prozent
Ohne Brennstoffe: plus 0,7 Prozent, auf Jahressicht plus 6,0 Prozent
Dritter wichtiger Preisbericht der Woche nach Verbraucher- und Erzeugerpreisen: erneut stärker als erwartet und damit ein weiteres Signal für anhaltenden Inflationsdruck.
Energiepreise sorgen für Druck
Importierte Brennstoffe verteuerten sich im September um 4,8 Prozent, nachdem sie im August noch um 0,1 Prozent nachgegeben hatten. Auf Jahressicht liegen sie damit 34,5 Prozent höher – im August waren es 26,8 Prozent. Waren aus China kosteten 0,7 Prozent mehr als im Vormonat, im August hatte das Plus von 1,0 Prozent den größten Monatsanstieg seit Beginn der Reihe im Dezember 2003 markiert. Importe aus der Europäischen Union verteuerten sich um 0,3 Prozent (August: plus 0,9 Prozent). Investitionsgüter legten um 0,9 Prozent zu, nach dem achten Anstieg in Folge im August mit plus 0,9 Prozent. Die Exportpreise stiegen um 2,2 Prozent (August: plus 0,6 Prozent), auf Jahressicht um 11,6 Prozent (August: 8,6 Prozent).
Aussagekräftiger für den Preistrend sind die Importpreise ohne Brennstoffe. Sie stiegen im September um 0,7 Prozent, nach plus 0,8 Prozent im August. Die Jahresrate liegt bei 6,0 Prozent – im August hatte sie mit 5,5 Prozent den höchsten Stand seit Mai 2022 erreicht. Haupttreiber waren Industrierohstoffe ohne Brennstoffe, die sich um 1,4 Prozent verteuerten.
Der heute veröffentlichte Bericht revidiert mehrere Augustwerte. In den aktuellen BLS-Tabellen stehen nun unter anderem minus 0,2 Prozent für importierte Brennstoffe, plus 0,6 Prozent für Importe ohne Brennstoffe, plus 0,5 Prozent für China-Importe und plus 0,4 Prozent für Importe aus der EU. Auch die August-Exportpreise wurden auf plus 1,2 Prozent angepasst.
Die Importpreise gelten als möglicher Frühindikator für den Preisdruck in den USA: Höhere Kosten für im Ausland eingekaufte Waren können zeitverzögert auf Erzeuger- und Verbraucherpreise durchschlagen – allerdings nicht automatisch oder eins zu eins. Die BLS-Indizes messen Preise ohne Zölle; die tatsächlichen Importkosten können für Unternehmen daher höher liegen. Im September legten die Importpreise um 1,1 Prozent zum Vormonat und 8,1 Prozent zum Vorjahr zu. Besonders kräftig verteuerten sich Brennstoffimporte. Das verstärkt die Sorge, dass der Ölpreisschock zunehmend auf andere Preise übergreift.
Der Inflationsdruck zeigt sich auch in den übrigen Daten: Die Verbraucherpreise stiegen im September um 0,6 Prozent zum Vormonat und 3,7 Prozent zum Vorjahr; die Kernrate lag bei 2,6 Prozent. Die Erzeugerpreise sprangen am Donnerstag um 1,3 Prozent und lagen 6,3 Prozent über dem Vorjahresniveau – der stärkste Anstieg seit 2022.
Auch die Importpreisentwicklung der Vormonate wurde revidiert: Nach einem Rückgang um 0,3 Prozent im Juni und 0,4 Prozent im Juli stiegen die Preise im August um 0,5 Prozent. Der Ölpreis bleibt ein wichtiger Faktor: Brent notierte zuletzt bei rund 105 Dollar je Barrel, WTI bei etwa 97 Dollar. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen lag zuletzt bei rund 5,10 Prozent, nachdem sie Anfang Oktober auf 5,36 Prozent gestiegen war.
Der nächste Konjunkturhinweis folgt heute um 15:15 Uhr MESZ: Dann wird die US-Industrieproduktion für September veröffentlicht. Die Prognose lautet auf ein Plus von 0,4 Prozent; im August hatte die Produktion stagniert. Im Fokus steht außerdem die Fed-Sitzung am 28. Oktober mit dem Zinsentscheid um 19:00 Uhr MEZ. Am 29. Oktober um 13:30 Uhr MEZ folgen das BIP für das dritte Quartal und der PCE-Preisindex, das bevorzugte Inflationsmaß der Notenbank.
Vorbörslich lag der Dow-Jones-Future 0,41 Prozent im Plus, der S&P-500-Future 0,19 Prozent höher. Der Nasdaq-100-Future gab rund 0,06 Prozent nach.
Nach Verbraucher- und Erzeugerpreisen liefert auch der Importpreisindex kein Entwarnungssignal – der Druck aus dem Ölpreis lässt sich nach und die Fed wird womöglich am 28. Oktober erneut die Geldpolitik straffen müssen.
Heute, 15:14
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