06.12.2016 Jochen Kauper

VW-Aktie: Die 13. Marke soll es richten

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Volkswagen
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Irgendwie wäre es wünschenswert, wenn VW derzeit einfach etwas Demut zeigen würde. Nicht ganz so „laut“ bei ihren Präsentationen oder Produktneuvorstellungen, nicht immer gleich wieder in die Welt posaunen, mit diesem oder jenem Produkt Weltmarktführer werden zu wollen. Darunter scheint bei den VW-Managern ohnehin nichts zu gehen.

Auch nachdem Volkswagen am Montag seine 13. Marke Moia vorgestellt hatte, schickten Müller und Co hinterher, damit langfristig zu den Top drei der Mobilitätsdienstleister zählen zu wollen, klar, was sonst.

 

Fakt ist, dass VW auf der Technologiekonferenz "TechCrunch Disrupt" Moia vorgestellt hat. "Mit Moia wollen wir neue Formen von Mobilität besser verstehen lernen, zukünftig noch attraktiver gestalten", erklärte Konzernchef Matthias Müller zum Start des neuen Unternehmens, das in Berlin angesiedelt wird. "Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit Moia dazu beitragen, dass jeder auf die eine oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann."

„Sammeltaxis“ geplant

Zwei Geschäftsfelder hat Moia besonders im Visier: Zum einen geht es um die Fahrtenvermittlung via App ("Ride Hailing"), wie sie auch der große US-Konkurrent Uber anbietet. Das zweite Geschäftsfeld nennt Moia "Pooling". Hier werden ganzheitliche Transportlösungen angestrebt, die den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr effizienter gestalten. Die moderne Variante der Sammeltaxis soll unnötige Einzelfahrten im Auto vermeiden und die bestehende Straßeninfrastruktur besser nutzen.
Auf der "TechCrunch"-Konferenz in London jedenfalls wurde Moia-Chef Harms ständig nach den Folgen des Diesel-Skandals gefragt und "ob man diesen Typen, die bei den Tests betrogen haben, überhaupt trauen kann". "Wir werden uns das Vertrauen mit unseren Diensten verdienen müssen", entgegnet Harms. Dabei spiele auch die Qualität der Dienste und die Sicherheit der Fahrzeuge eine wichtige Rolle.

Analyst sieht 150 Euro

News gibt es auch von Seiten der Analysten: Die französische Investmentbank Exane BNP Paribas hat die Vorzugsaktien auf "Outperform" mit einem Kursziel von 150 Euro versehen. Der Autobauer verfolge im Bereich Elektroantriebe mit einer ausgefeilten Architektur einen anderen Ansatz als Konkurrent BMW nach seinem Strategiewechsel, schrieb Analyst Stuart Pearson.

Wichtiger Widerstand voraus

Die VW-Aktie entwickelt derzeit keine besonders große Dynamik. VW hat in punkto Digitalisierung, Mobilität und vor allem was die Elektromobilität betrifft, noch viel aufzuholen. Nach unten scheint das Papier bei 105 Euro durch einen starken Widerstand abgesichert. Neue Käufe bieten sich erst wieder an, wenn das Papier den horizontalen Widerstand bei 128,94 Euro knackt. Dann lautet das nächste Etappenziel 138 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX).