22.12.2016 Jochen Kauper

VW-Aktie: Ausbruch geglückt – und jetzt?

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Volkswagen
Trendthema

Die VW-Aktie hat es am Mittwoch trotz guter Nachrichten nur noch knapp auf einen neuen Höchststand seit Mai geschafft. Nach einer Rallye von in der Spitze gut 16 Prozent seit dem Zwischentief Anfang des Monats hat der Schwung etwas abgenommen.
Dabei kommen die Wolfsburger in der Bewältigung der "Dieselgate"-Affäre weiter voran: Nach dem Milliarden-Vergleich mit Sammelklägern in Kanada Anfang der Woche konnte nun auch ein Kompromiss mit den US-Behörden für die betroffenen Dieselwagen mit größeren Motoren erzielt werden.

  

Equinet: Kursziel 166 Euro

Nach dem Deal in den USA hat Analyst Tim Schuldt von der Investmentbank Equinet seine Kaufempfehlung für die VW-Aktie bekräftigt. Sein Kursziel lautet 166 Euro. Die Einigung im Fall der 3,0-Liter-Dieselmotoren sei ein weiterer Schritt für den Autobauer, den Dieselskandal hinter sich zu lassen, schrieb Schuldt in einer Studie. Es sei zwar noch schwer, die Kosten abzuschätzen - dennoch handele es sich um eine Vereinbarung, die den Erwartungen entsprochen und für die VW entsprechend Rückstellungen aufgebaut habe.

Skeptisch bleibt dagegen nach wie vor die NordLB. Analyst Frank Schwope bleibt nach wie vor bei seinem Kursziel von 125 Euro. Die Gesamtkosten des Skandals sieht Schwope nach wie vor bei rund 25 bis 35 Milliarden Euro.

Fehlende Innovationen

Die VW-Aktie hat sich in den letzten Wochen deutlich erholt. Mit dem überwinden der horizontalen Widerstandslinie bei 128 Euro hat die VW-Aktie zudem ein neues Kaufsignal signalisiert. Wird auch das Hoch aus dem Monat Mai 2016 bei 138 Euro aus dem Markt genommen, wäre der Weg sogar bis knapp 150 Euro frei. Nach dem steilen Anstieg ist allerdings davon auszugehen, dass das Papier in eine Konsolidierung übergeht.

Wer investiert ist, bleibt bei VW dabei.Einzig und alleine skeptischen stimmt die mangelnde Innovationskraft bei Volkswagen. Während Hersteller wie Daimler und BMW in punkto Elektromobilität und autonomes Fahren ordentlich aufs Gas treten, hinkt VW der Entwicklung meilenweit hinterher.

BMW hat frühzeitig in den i3 und den i8 investiert, setzt die E-Strategie jetzt konsequent fort. Daimler hat mit dem F015 Maßstäbe gesetzt und die Fokussierung auf die Stromerflotte ab 2019 wird Früchte tragen. Von VW kann und muss man als größter Autobauer Europas -  was die Innovationen betrifft - mehr erwarten.

(Mit Material von dpa-AFX).