Der VW-Konzern ist im ersten Quartal in einem schwierigen Umfeld und wegen Kosten für die US-Einfuhrzölle bei der Profitabilität weiter unter Druck geraten. Die operative Marge lag bei 3,3 Prozent, rund 0,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert, wie der Dax
Die Zahlen lagen deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Diese hatten von einem Umsatz von 77,9 Milliarden Euro, einem operativen Ergebnis von 2,87 Milliarden Euro und einer Marge von 3,7 Prozent prognostiziert.
Das operative Ergebnbis (Ebit) liege 13 Prozent unter der Konsensschätzung, schrieb Philippe Houchois von Jefferies In einer ersten Reaktion. Bereinigt um Aufwendungen für das Elektromodell ID.4 und Restrukturierungsaufwendungen für die Nutzfahrzeugholding Traton liege die Marge aber einen Prozentpunkt höher bei 4,3 Prozent. Die Kernmarken des Konzerns hätten eine gute Entwicklung gezeigt. Das Kursziel von Philippe Houchois liegt bei 130 Euro.
Nicht ganz so optimistisch äußerte sich Christian Frenes von Goldman Sachs. Das erste Quartal habe die Erwartungen verfehlt, schrieb Frenes. Schuld seien die Markengruppe Progressive, das Lkw-Geschäft und Sonderbelastungen. Der Cashflow habe aber wegen Steuereffekten höher gelegen als gedacht. Sein Kursziel lautet 97 Euro.
Bernstein Research traut der Aktei 100 Euro zu. Positiv überrascht habe der Autobauer aber mit dem Free Cashflow, so Analyst Stephen Reitman
Aus technischer Sicht fehlt der VW-Aktie „kurzfristig an klarer Aufwärtsdynamik, was auch durch Trendfolgeindikatoren wie gleitende Durchschnitte bestätigt wird“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland. Support bekommt die Aktie in der Range zwischen 83,00 Euro und 85,00 euro. Das Chartbild würde sich mit einem Break der 50 Tage-Linie bei 93,62 Euro deutlich aufhellen.
Volkswagen muss Tempo machen. Für die Massenhersteller wird die Luft immer dünner. Produktseitig kann VW derzeit nicht glänzen. Den ID-Modellen fehlt innovative Software und ein am Kunden orientiertes Infotainment. Die Konkurrenz in China ist nahezu auf und davon.
Die neuen Modelle der ID.Unyx-Reihe, die speziell für den chinesischen Markt zusammen mit Xpeng entwickelt und aufgebaut wurden, sind nett, aber kein Gamechanger. Ob die Probleme in China zusammen mit den Partnern Xpeng und Momenta überhaupt ausgeräumt werden können, bleibt nach wie vor fraglich. Was Europa betrifft, so sind andere Massenhersteller bereits mit Elektroautos unter 25.000 Euro auf dem Markt. Hier will VW jetzt mit dem ID.Polo nachziehen. Anleger warten ab.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 14:10