Die US-Wirtschaft verliert rapide an Tempo. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im zweiten Quartal annualisiert nur um 1,5 Prozent. Volkswirte hatten im Vorfeld mit 1,8 bis 2,0 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal lag das Plus noch bei 2,1 Prozent.
Gleichzeitig liefert die Inflation keine Entwarnung. Der PCE-Kernindex, das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Fed, stieg im Juni auf Jahressicht um 3,3 Prozent. Inklusive der volatilen Preise für Energie und Lebensmittel steht die Gesamtinflation bei 3,7 Prozent. Das Fed-Ziel von zwei Prozent bleibt damit außer Reichweite.
Der US-Arbeitsmarkt sendet hingegen weiter Stärkesignale. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fielen mit 197.000 niedriger aus als die prognostizierten 200.000. Für die Fed ist das ein toxischer Mix: Eine abkühlende Wirtschaft bei robuster Beschäftigung und zäher Inflation schließt baldige Zinssenkungen aus. Erst gestern beließ die Notenbank den Leitzins bei 3,50 bis 3,75 Prozent – drei Fed-Mitglieder stimmten sogar für eine weitere Zinsanhebung.
Eine halbe Stunde vor dem Start an der Wall Street ignoriert der Markt die schwachen Konjunkturdaten weitgehend. Die Anleger greifen nach den starken Microsoft-Zahlen vor allem bei Tech-Aktien wieder zu. Der Nasdaq-Future gewinnt vorbörslich 1,6 Prozent, die Futures auf S&P 500 und Dow Jones stehen ebenfalls im Plus. Starke Unternehmenszahlen überwiegen im Moment die Zinssorgen.
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