Auch im heutigen Handel geht es mit den Anteilscheinen von TUI wieder bergab. Denn der Krieg im Nahen Osten sorgt für entgangene Einnahmen und vor allem steigende Kosten. Darüber hinaus sorgt er nun dafür, dass eine durchaus spannende strategische Kooperation nun nicht wie ursprünglich geplant umgesetzt werden kann.
So legen der Reisekonzern und die staatliche Tourismusgesellschaft Omran aus dem Oman ihre anvisierte Kooperation vorerst auf unbestimmte Zeit auf Eis. Wie TUI mitteilte, habe Omran darüber informiert, dass der ursprünglich vereinbarte Zeitplan für das Vorhaben nicht mehr eingehalten werden könne.
Von der Entscheidung betroffen sind mehrere Projekte. Zum einen wird der geplante Bau und Betrieb von fünf Hotels in der südomanischen Region Dhofar vorläufig gestoppt. Zum anderen liegt auch der geplante Einstieg des Golfstaats beim deutschen Touristikkonzern zunächst auf Eis. Omran hatte vorgesehen, rund 1,4 Prozent der TUI-Anteile zu erwerben.
Die Zusammenarbeit war erst im vergangenen September angekündigt worden. Geplant war die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens, an dem sowohl TUI als auch Omran jeweils 45 Prozent halten sollten. Die restlichen zehn Prozent waren für einen privaten Investor vorgesehen.
Nach den damaligen Plänen wollte der Oman Grundstücke und Kapital beisteuern, während TUI vor allem operative Aufgaben übernehmen sollte – etwa bei Vertrieb und Buchungssystemen. TUI-Strategiechef Peter Krüger hatte damals betont, dass das Land bei Urlaubern auf wachsendes Interesse stoße, das Angebot an touristischer Infrastruktur bislang jedoch noch begrenzt ist.
Trotz der aktuellen Verzögerung betonten beide Seiten, den Austausch über mögliche gemeinsame Projekte fortsetzen zu wollen.
Es bleibt dabei: Angesichts des sich weiter eintrübenden Marktumfelds und des angeschlagenen Charts drängt sich aktuell noch kein Einstieg bei der Aktie der TUI auf.
Heute, 17:22