29.05.2019 Thorsten Küfner

TUI: Auch diese Hoffnung scheint sich zu zerschlagen

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TUI
Trendthema

Das Drama geht weiter und die Aktie des Reisekonzerns TUI gerät wieder einmal unter Druck. In einem ohnehin schwachen Marktumfeld verbilligen sich die Anteile heute um weitere drei Prozent und markieren damit ein neues Zwischentief. Der Grund für den erneuten Kursrückgang ist eine Meldung vom Mittag.

Demnach dürfte das Flugverbot für Boeings modernisierten Mittelstreckenjet 737 Max nach Einschätzung des Airline-Verbands noch mindestens bis August dauern. Die Maschinen der Reihe dürften voraussichtlich frühestens in zehn bis zwölf Wochen wieder abheben, sagte der Chef des Weltluftfahrtverbands IATA, Alexandre de Juniac, im Rahmen einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Boeing selbst hat Airlines hingegen offenbar zu verstehen gegeben, dass es schon Ende Juli soweit sein könnte.

Die IATA kann diese Prognose aber nicht teilen. "Wir bereiten ein Treffen zwischen den Aufsichtsbehörden, dem Hersteller und den Flugzeugbetreibern vor, um die Lage zu beurteilen", sagte de Juniac. "Aber es liegt nicht in unseren Händen. Es ist Sache der Aufseher."

Der Finanzchef der indischen Fluggesellschaft SpiceJet, Kiran Koteshwar, zitiert Boeing hingegen mit der Aussage, dass im Laufe des Juli mit einer Startfreigabe zu rechnen sei. Die Rede sei von Ende Juli gewesen. Boeing reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Der Countdown läuft

Der weltgrößte Reisekonzern TUI, der selbst 15 Maschinen des Typs in seiner Flotte hat, hatte zuletzt mitgeteilt, dass er bis Ende Mai Bescheid wissen müsse, ob die Max-Flieger im Juli wieder abheben dürften. Andernfalls müsse auch der Rest der Sommersaison mit den gemieteten Ersatzmaschinen bestritten werden.

Angeschlagener Chart
Gut möglich, dass TUI für die zusätzlichen Kosten von Boeing irgendwann noch entschädigt wird. Kurzfristig droht aber zunächst eine weitere Gewinnwarnung. Dies könnte den ohnehin schon angeschlagenen Chart weiter belasten. Noch nicht investierte Anleger verharren nach wie vor an der Seitenlinie. Wer die Aktie im Depot hat, beachtet den Stopp bei 7,50 Euro.

(Mit Material von dpa-AFX)