US-Finanzminister Scott Bessent hat am Montag eine neue Sanktionsoffensive gegen den Iran vorgestellt. Unter dem Namen „Operation Economic Outcast" will Washington sämtliche wirtschaftlichen Verbindungen des Regimes kappen. „Wir starten einen wirtschaftlichen Großangriff auf die globalen Finanznetzwerke des Iran", so Bessent. Präsident Donald Trump telefoniert derzeit persönlich mit Staats- und Regierungschefs weltweit, um sie zum Abbruch ihrer Iran-Kontakte zu bewegen.
Konkret verhängt sind die Strafmaßnahmen noch nicht. Zunächst erhalten betroffene Länder Fristen, um identifizierte Aktivitäten einzustellen. Wer künftig Geldwäsche für Teheran betreibt, fliegt aus dem US-Dollar-System – „die Uhr tickt bereits", warnte der Minister.
Der Plan, den Trump als Irans „wirtschaftlichen D-Day“ angepriesen hatte, wirft derweil Fragen auf, was die Einbeziehung Chinas angeht – Irans wichtigstem Handelspartner. Trotz eines fragilen Handelswaffenstillstands zwischen Washington und Peking – samt geplantem Trump-Xi-Treffen im September – stellte Bessent aber klar: „Niemand steht über der Reichweite US-amerikanischer Sanktionen." Wer iranisches Öl in Geld und damit in Repression verwandele, werde ins Visier genommen. Auch chinesische Banken könnten betroffen sein, wenn sie entsprechende Transaktionen ermöglichen.
Die Offensive fällt in eine Phase, in der der US-Konflikt mit Teheran seit rund sechs Monaten andauert – ohne militärischen oder diplomatischen Durchbruch. Ein im Juni vereinbarter Waffenstillstand ist faktisch bereits gescheitert, die Straße von Hormus bleibt für den Iran ein wichtiges Druckmittel.
Ziel sei es, so Bessent, „jede wirtschaftliche Lebensader dieses tyrannischen Regimes zu kappen, bis Teheran völlig isoliert dasteht". Ins Visier geraten Käufer und Transporteure iranischen Öls, Finanzdienstleister, Fluglinien sowie Akteure im Schifffahrts-, Gold-, Technologie- und Kryptosektor.
Die Ölpreise haben zuletzt wieder etwas nachgegeben. Insgesamt bleibt die Lage jedoch angespannt – auch mit Blick auf die weltweiten Auswirkungen und internationalen Beziehungen. DER AKTIONÄR bleibt am Ball und wird Sie bei gegebenem Anlass zeitnah über wichtige Entwicklungen informieren. Mit dem kostenlosen Newsletter DER AKTIONÄR Daily erhalten Sie die wichtigsten und marktrelevantesten Nachrichten zweimal täglich direkt in Ihr Postfach.
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25.08.2026, 08:50
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