Das US-Finanzministerium will die langen Zinsen mit eigenem Cash drücken. Die Renditen zeigen es kaum – der Dollar umso deutlicher. Genau daraus zieht Gold seine Kraft.
Der Goldpreis steigt am Dienstagmorgen auf 4.677 Dollar je Unze, den höchsten Stand seit Mitte Mai; die Futures notieren über 4.700 Dollar. Im August steht ein Plus von mehr als 15 Prozent – nach Einschätzung der Bank UOB der stärkste Monatsgewinn seit September 1999.
Der Auslöser sitzt im US-Finanzministerium. Es verdoppelt seine Rückkäufe langlaufender Anleihen: von zwei auf mindestens vier Milliarden Dollar je Operation, in den Laufzeitbändern von zehn bis 20 und von 20 bis 30 Jahren. Das Ministerium selbst begründet den Schritt mit Liquiditätsunterstützung – von Zinssteuerung steht in der Mitteilung kein Wort.
Gold: Der Mechanismus in drei Schritten
Erstens kauft das Ministerium alte, wenig gehandelte Langläufer zurück. Zweitens nimmt es dem Markt damit Zinsänderungsrisiko ab; das soll die Laufzeitprämie senken – den Aufschlag für lange Bindung. Drittens die Finanzierung: Zwei ungenannte Ministeriumsbeamte sagten CNBC, dafür komme auch das Treasury General Account infrage, das Girokonto des Staates bei der Fed. Amtlich bestätigt ist das nicht. Solange das Guthaben dort liegt, ist es totes Geld; ausgegeben wird es zu Bankreserven. Duration raus, Liquidität rein – wirtschaftlich ein Anleihekaufprogramm ohne Notenbank.
Das Konto ist prall gefüllt: 961,95 Milliarden Dollar zum 18. August, eine Woche zuvor sogar 997,33 Milliarden – rund zwei Drittel mehr als die Zielgröße von 550 bis 600 Milliarden Dollar, die unter der Vorgängerregierung galt.
Gold: Der Beleg steht im Dollar, nicht in der Rendite
Am Zinsmarkt hat das wenig bewirkt. Nach der amtlichen Renditekurve fiel die zehnjährige Rendite im August von 4,75 auf 4,70 Prozent, die 30-jährige von 5,27 auf 5,23 Prozent – nach einem Zwischenhoch von 5,31 Prozent am 17. August, im Handel kurzzeitig 5,34 Prozent, der höchste Stand seit 19 Jahren. Am Devisenmarkt dagegen rutschte der Dollarindex am 22. August auf 98,55, den tiefsten Stand seit Mitte Mai.
Ole Hansen, Chef-Rohstoffstratege der Saxo Bank, nennt gegenüber Reuters die Sorge um die US-Verschuldung und den weichen Dollar als bestimmende Treiber, verstärkt durch technische Käufe.
Am 26. August veröffentlicht das Bureau of Economic Analysis den Kern-PCE für Juli, das Inflationsmaß der Fed. Vom 9. September bis zum 4. November laufen die Rückkäufe; erst die Zuteilungen zeigen, wie viel fließt. Prüfbar bleibt die These am TGA-Stand im Daily Treasury Statement und an den Reserven der Fed. Gold steigt nicht wegen fünf Basispunkten weniger Rendite, sondern weil der größte Schuldner der Welt begonnen hat, seine eigene Zinskurve zu bewirtschaften – und der Devisenmarkt ihm die Rechnung schickt.
Insgesamt bleiben die Aussichten für Gold stark, die Perspektiven für die Goldproduzenten im Best of Gold Miners Index sind nach wie vor gut. Die steigenden Goldpreise spielen Produzenten wie etwa Newmont, Endeavour Mining, Agnico Eagle Mines oder Kinross Gold voll in die Karten. Diese und fünf weiter stark aufgestellte Goldförderer sind im Best of Gold Miners Index vertreten. Mit dem Indexzertifikat mit der WKN MA2JGH profitiert man eins zu eins von der Entwicklung des Aktienkorbs. Mutige können auch auf spekulativere Produkte setzen. Alle Infos zum Index und zu Investmentmöglichkeiten finden Sie hier.
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