Erst Säbelrasseln, dann Zurückrudern: US-Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos erneut eine Rolle rückwärts gemacht. Statt Strafzölle zu erheben, feiert sich der Milliardär für einen Deal, über den bislang nur wenige Details bekannt sind. DER AKTIONÄR beleuchtet die jüngsten Wendungen im Streitfall Grönland.
Die Ankündigung ließ die Börsen weltweit erzittern: Aus Verärgerung über die Haltung Deutschlands und sieben weiterer EU-Staaten zu seinen Grönland-Plänen stellte Donald Trump massive Strafzölle in Aussicht. Ab dem 1. Februar sollten zunächst zehn Prozent fällig werden – mit der Drohung, diese im Jahresverlauf auf bis zu 25 Prozent zu erhöhen, falls die USA Grönland bis 1. Juni nicht erwerben dürften (DER AKTIONÄR berichtete).
Kehrtwende in Davos
Auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos polterte Trump zunächst nochmal kräftig, ehe der US-Präsident dann überraschend einen Deal verkündete. Die Details sind zwar, wie so oft, noch unbekannt, dennoch soll die Vereinbarung laut Trump „für die Ewigkeit“ gelten. Gegenüber CNBC sagte der US-Präsident: „Wir haben das Konzept eines Deals“. Dessen Ausarbeitung sei jedoch komplex, weshalb diese noch etwas Zeit in Anspruch nehme. Trotzdem sollen nun drei zentrale Themen besprochen werden.
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1. Das Verteidigungsabkommen von 1951 zwischen den USA und Dänemark zur Stationierung von US-Truppen auf Grönland soll neu verhandelt werden. Diesem Zusammenhang steht auch Trumps Projekt „Golden Dome“ im Raum – ein Raketenabwehrsystem, das mithilfe von Satelliten Bedrohungen bereits im Weltraum abfangen soll und Milliarden kostet.
2. Die Europäische Union soll ihr Engagement in der Arktis deutlich ausweiten. Das könnte auch eine stärkere militärische Präsenz europäischer Staaten – inklusive der Bundeswehr – in der Region nach sich ziehen.
3. Die USA wollen künftig ausländische Investitionen auf Grönland mitkontrollieren, um insbesondere China und Russland fernzuhalten. Die Verhandlungen sollen auf US-Seite unter anderem von Steve Witkoff, Jared Kushner, Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio geführt werden.
Im Gegenzug verzichten die USA auf neue Zölle gegen europäische Partner. Trumps frühere Besitzansprüche? Die seien gar kein Thema mehr gewesen, sagte Nato-Chef Rutte am Mittwochabend gegenüber dem US-Sender Fox News.
An der Börse setzt sich die Erholung nach dem Hin und Her der vergangenen Tage am Donnerstagmorgen fort. Neben einem starken Handelsstart beim DAX, deuten auch die US-Futures auf einen freundlichen Handelsstart an der Wall Street hin.
22.01.2026, 10:00