Ein massiver Ergebnissprung, kräftiges Wachstum im Neugeschäft und Rückenwind in wichtigen Sparten: Eigentlich liefert dieser Allianz-Konkurrent heute ein Zahlenwerk, das sich sehen lassen kann. Doch an der Börse zählt am Ende mehr als nur ein deutlicher Gewinnanstieg — und genau das bekommen Anleger am Freitag schmerzhaft zu spüren.
Die Wüstenrot & Württembergische-Gruppe hat 2025 operativ ein starkes Comeback hingelegt. Das Konzernergebnis sprang von 35 auf 121 Millionen Euro. Dennoch kommt die Bilanz am Markt nicht gut an: Die Aktie verliert am Freitag fast sechs Prozent.
Dabei kann sich das Zahlenwerk durchaus sehen lassen. Vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung lief es deutlich besser. Die Combined Ratio verbesserte sich kräftig von 102,7 Prozent auf 86,2 Prozent. Gleichzeitig wuchs das Neu- und Ersatzgeschäft auf 472 Millionen Euro. Impulse kamen insbesondere aus dem Kfz-Geschäft, dem Privatkundensegment und dem Firmenkundengeschäft.
Auch in den anderen Sparten ging es voran. In der Lebensversicherung stieg die Beitragssumme des Neugeschäfts um 13,7 Prozent auf 3,69 Milliarden Euro. Das Neugeschäft legte hier um 15,6 Prozent auf 535 Millionen Euro zu.
Die Krankenversicherung wuchs ebenfalls, getragen von einer hohen Nachfrage in der betrieblichen Krankenversicherung. Im Geschäftsfeld Wohnen erhöhte sich das Neugeschäftsvolumen auf 16,49 Milliarden Euro. Die Wüstenrot Bausparkasse baute ihren Marktanteil gegen den Branchentrend auf knapp 18 Prozent aus.
CEO Jürgen A. Junker sprach von einem „eindeutig starken Ergebnis“ und sieht den Konzern nach dem von Unwettern belasteten Vorjahr wieder auf nachhaltigem Kurs. Künftig soll auch der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz helfen, Prozesse effizienter und das Geschäftsmodell digitaler zu machen.
Für 2026 peilt W&W ein Konzernergebnis zwischen 120 und 150 Millionen Euro an. Die Dividende soll mit 65 Euro je Aktie stabil bleiben. Offenbar hatten sich einige Anleger hier eine optimistischere Prognose und mehr Dividende erhofft.
Die Kursreaktion wirkt auf den ersten Blick hart. Operativ hat W&W klar geliefert und in mehreren Bereichen Marktanteile gewonnen. Allerdings hatten sich Anleger noch mehr erhofft oder stören sich am weiterhin herausfordernden Umfeld im Immobiliengeschäft. Trotzdem bleibt die Aktie eine interessante Comeback-Story. Wer investiert ist, bleibt an Bord und hält den Stopp bei 12,50 Euro im Blick.
Heute, 09:41