Mit einem Plus von rund acht Prozent führt der Index-Neuling TKMS den MDAX am Donnerstag an. Zum einen profitiert der Marinekonzern von der ohnehin guten Stimmung in der Rüstungsbranche, die durch die geopolitische Lage und die Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum US-Militärbudget befeuert wird. Zum anderen winkt aber auch ein neuer Milliarden-Deal in Indien.
Laut einem Bericht von Bloomberg arbeiten Deutschland und Indien daran, ein Projekt zum U-Boot-Bau im Wert von mindestens acht Milliarden Dollar zu konkretisieren. Aktuell betreibt die indische Marine demnach rund ein Dutzend älterer russischer U-Boote sowie sechs neuere U-Boote aus Frankreich. Ursprünglich soll geplant gewesen sein, drei weitere französische Modelle zu erwerben. Nun könnte dies aber verworfen werden.
Bei der Herstellung der Boote würde TKMS mit dem indischen Hersteller Mazagon Dock Shipbuilders zusammenarbeiten. Die jetzige Vereinbarung wurde im Vorfeld des für kommende Woche geplanten Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Indien ausgehandelt. Schon länger drängt die Regierung von Premierminister Narendra Modi darauf, dass internationale Rüstungshersteller Partnerschaften eingehen und somit auch Technologie und Know-how in das Land transferieren.
Indien will mit den neuen Schiffen seine eigenen Fähigkeiten im Indischen Ozean stärken, nachdem auch China dort seine Präsenz ausbaut. Die U-Boote sollen ein luftunabhängiges Antriebssystem bekommen, mit dem längere Tauchzeiten möglich sind und die Einsatzdauer verlängert wird.
Die Aussicht auf den Milliarden-Deal in Indien treibt TKMS an. Doch auch die Zuspitzung der geopolitischen Konflikte weltweit sowie die Ausweitung des US-Verteidigungsetats sollten dem Börsenneuling entgegenkommen. DER AKTIONÄR meint: TKMS könnte durchaus noch weiter steigen. Angesichts der hohen Bewertung sind andere Branchenvertreter wie Rheinmetall aber noch aussichtsreicher.
08.01.2026, 16:56