Nach dem Börsengang war es zunächst etwas ruhiger geworden um den Marinespezialisten TKMS. Doch zu Jahresbeginn nimmt die Aktie wieder Fahrt auf und auch die Nachrichtenlage ist spannend. Neben der Aussicht auf einen Großauftrags aus Indien wird es auch mit einer möglichen Übernahme von German Naval Yards (GNYK) ernster.
TKMS habe ein nicht bindendes Angebot für GNYK abgegeben, sagte ein Unternehmenssprecher zu dpa-AFX. Die Gespräche zwischen den beiden Konzernen würden aber weiter ergebnissoffen geführt. Zu finanziellen Details wurde nichts bekannt.
GNYK baut etwa Fregatten oder Korvetten und hat rund 400 Beschäftigte. Vor rund einem Monat hatte TKMS bereits angekündigt, die Bücher der Werft zu prüfen. „Wir gucken uns das an, sehr rasch, und entscheiden dann auch sehr schnell“, so TKMS-Chef Oliver Burkhard damals. GNYK ist in Kiel ein Nachbarunternehmen von TKMS, bereits heute werden zum Teil Anlagen genutzt. Dennoch sei eine Übernahme laut Burkhard nicht zwingend nötig.
Der Vorteil beim Bau eines deutschen Marine-Champions liegt auf der Hand: Mehr Flächen würden TKMS mehr Platz für die Abwicklung von Aufträgen bieten und die nehmen angesichts des Rüstungsbooms rasant zu. Deswegen wird sich Burkhard bei einer Entscheidung voraussichtlich auch nicht zu viel Zeit nehmen, zumal laut Medienberichten durchaus auch andere Konkurrenten einen Blick auf GNYK werfen oder geworfen haben.
TKMS profitiert stark von der hohen Nachfrage nach Rüstungsgütern. Immer mehr Länder wollen gerade auch den maritimen Bereich stärken. Doch die Aktie ist auch teuer bewertet. Trotz des starken Laufs der vergangenen Jahre ist etwa der Blue Chip Rheinmetall günstiger – und bleibt deshalb der Favorit des AKTIONÄR. Dennoch bleiben auch die Aussichten für TKMS grundsätzlich gut und dreistellige Kurse könnten 2026 drin sein.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Rheinmetall.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Aktien von Rheinmetall befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
09.01.2026, 15:42