08.10.2015 Maximilian Völkl

ThyssenKrupp, Salzgitter und Klöckner & Co: Jetzt spricht Goldman zum Stahlcrash

-%
DAX
Trendthema

Am Donnerstag zählen die Stahlwerte an der deutschen Börse im frühen Handel zu den Verlierern. Nach einer turbulenten Woche hat Goldman Sachs reagiert. Die US-Investmentbank hat die Kursziele für ThyssenKrupp, Salzgitter und Klöckner & Co nach unten angepasst. Für die Zukunft unterscheiden sich die Aussichten der Papiere allerdings deutlich.

Die mittelfristigen Aussichten für europäische Stahlkonzerne seien herausfordernd, erklärte Analyst Stephen Benson. Probleme seien die gebremste Nachfrage in China und die Überkapazitäten. Für die Branchenvertreter kürzte der Experte seine Schätzungen für den operativen Gewinn des kommenden Jahres um durchschnittlich 16 Prozent.

Im DAX ist mit ThyssenKrupp lediglich ein Stahltitel vertreten. Nach den deutlichen Kursverlusten im August und September hat die Aktie zuletzt erste Anzeichen einer Erholung gezeigt. Goldman Sachs hat das Kursziel nun um 35 Prozent auf 17,50 Euro gekürzt. Die Einstufung lautet „Neutral“. Charttechnisch hat sich die Lage durch die jüngsten Kursgewinne allerdings verbessert. Der steile Abwärtstrend ist durchbrochen, eine Attacke auf den horizontalen Widerstand bei 18 Euro steht nun vor der Tür.

Der Stahlhändler Klöckner & Co hat diese Woche für Aufsehen gesorgt. Am Dienstag hat der MDAX-Konzern mit einer Gewinnwarnung die Anleger zunächst geschockt. Nach einem Kurssturz von rund zehn Prozent hat sich die Aktie allerdings schnell wieder erholt. Hintergrund: Am Markt war eine Senkung der Prognose bereits erwartet worden. Goldman bestätigt entsprechend die Kaufempfehlung. Das Kursziel wurde allerdings von 10,40 auf 9,70 Euro gesenkt. Das Problem: Neben den operativen Problemen ist auch der langfristige Abwärtstrend weiterhin intakt.

Bei Salzgitter gleicht das bisherige Jahr einer Berg- und Talfahrt. Nach deutlichen Gewinnen im ersten Halbjahr hat die Aktie seit August zwischenzeitlich fast 40 Prozent verloren. Im freundlichen Marktumfeld hat der MDAX-Titel in den ersten Oktobertagen allerdings bereits wieder 20 Prozent an Wert gewonnen. Der steile Abwärtstrend wurde dadurch wieder gebrochen, inzwischen notiert der Kurs an der wichtigen 26-Euro-Marke. Für die weitere Entwicklung bleibt Goldman allerdings skeptisch. Das Kursziel wurde von 28,00 auf 23,50 Euro gesenkt, das Votum lautet „Sell“.

Schwierige Lage

In der Stahlbranche bleibt die Lage schwierig. Die Gewinnwarnung von Klöckner verdeutlicht das anspruchsvolle Umfeld mit sinkenden Preisen. Trotz der jüngsten Erholung sollten Anleger deshalb vorsichtig bleiben. Bei den MDAX-Titeln Klöckner und Salzgitter bietet sich ein Einstieg vorerst noch nicht an. ThyssenKrupp ist zumindest für risikobereite Trader wieder eine Option. Wer der Empfehlung des AKTIONÄR gefolgt ist, bleibt an Bord und zieht den engen Stoppkurs auf 16,50 Euro nach.

(Mit Material von dpa-AFX)

Buchtipp: Warum der DAX auf 10.000 Punkte steigt

Thomas Gebert ist seit mehreren Jahrzehnten an den Finanzmärkten aktiv. Der von ihm entwickelte Börsenindikator wird regelmäßig in der Wirtschaftspresse besprochen und diente einer führenden Investmentbank als Grundlage für ein erfolgreiches Zertifikat. Inmitten der Finanzkrise will der Börsenprofi eine Lanze für den Optimismus brechen. In seinem Manifest mit dem provozierenden Titel "Warum der DAX auf 10.000 Punkte steigt" zeigt er, warum er gute Chancen sieht, dass sich die aktuelle Krise mit ein wenig Abstand als hervorragende Kaufchance für mutige Investoren erweisen könnte.

Autoren: Gebert, Thomas
Seitenanzahl: 112
Erscheinungstermin: 27.10.2011
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-942888-95-0