Thyssenkrupp will seine Stahlsparte profitabler machen und in die Eigenständigkeit führen. Eigene Maßnahmen sollen das operative Ergebnis um mehr als 800 Millionen Euro verbessern. Für Aktionäre steckt darin eine konkrete Chance: Der Konzern kann einen großen Teil des Umbaus selbst vorantreiben.
Die Sanierung zeigt Wirkung
Steel Europe, die Stahlsparte von Thyssenkrupp, will mittelfristig mindestens 1,2 Milliarden Euro bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erzielen. Diese Ziele konkretisierte das Management beim Capital Market Day am 28. September in London. Dafür sollen vor allem die Kosten sinken. Mehr als die Hälfte der vorgesehenen Maßnahmen ist bereits vertraglich vereinbart und wird umgesetzt.
Rund 4.000 von etwa 11.000 geplanten Stellenreduzierungen sind vollzogen. Auch die Trennung vom Stahlhersteller Hüttenwerke Krupp Mannesmann ist abgeschlossen. Erste Verbesserungen zeigten sich bereits im dritten Geschäftsquartal 2025/26: Restrukturierung und Effizienzmaßnahmen sollen alleine 800 Millionen Euro zum neuen Ziel von 1,2 Milliarden Euro beitragen.
Was Aktionäre davon haben
Niedrigere Kosten helfen dem Stahlgeschäft, auch bei volatilen Stahlpreisen profitabel zu arbeiten. Für die Eigenständigkeit zählt allerdings, was nach laufenden Ausgaben und Investitionen tatsächlich an Geld übrig bleibt. Erzielt Steel dauerhaft einen solchen Überschuss, kann die Sparte ihren Betrieb und ihre Investitionen selbst finanzieren. Das würde auch den Mutterkonzern entlasten.
Behält Thyssenkrupp bei der Verselbstständigung eine Minderheitsbeteiligung, bleibt der Konzern am weiteren Erfolg von Steel beteiligt. Eine erfolgreiche Sanierung könnte den Wert dieses Anteils erhöhen und später Ausschüttungen ermöglichen. Davon würden Thyssenkrupp-Aktionäre mittelbar über ihren Konzern profitieren.
DER AKTIONÄR wertet den Fortschritt positiv. Die Sanierung schafft die Grundlage für eine profitablere Stahlsparte. Der nächste entscheidende Beleg ist ein nachhaltig steigender Cashflow.
Wo der Wiedereinstieg interessant wird
Das bisherige AKTIONÄR-Kursziel von 15 Euro wurde erreicht. Nach dem Rücksetzer testet die Aktie zunächst die Unterstützung um 13,60 bis 13,80 Euro. Eine Rückeroberung von rund 14,60 Euro würde die Erholung stärken. Oberhalb des Septemberhochs bei rund 15,90 Euro rückt im positiven Szenario der Zielbereich von 16,80 bis 17,00 Euro in Reichweite.
Bei einer tieferen Korrektur favorisiert DER AKTIONÄR den Bereich zwischen 11,50 und 12,50 Euro für einen Neu- oder Wiedereinstieg, sobald der Verkaufsdruck erkennbar nachlässt. Dort verbessert sich das Verhältnis von möglichem Ertrag und Risiko.
DER AKTIONÄR sieht im Stahlumbau einen überzeugenden Treiber für die Aktie. Ein stabilisierter Kurs zwischen 11,50 und 12,50 Euro würde eine attraktive Ausgangslage für neue Positionen bieten. Der empfohlene Stopp liegt bei 10,70 Euro.
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