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Thyssenkrupp‑Aktie nach Q3‑Zahlen: Prognose angehoben – kaufen oder nicht?

Thyssenkrupp‑Aktie nach Q3‑Zahlen: Prognose angehoben – kaufen oder nicht?
Foto: Jana Rodenbusch/Reuters
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Jan-Paul Fóri Heute, 09:20 Jan-Paul Fóri
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Die Industrie-Holding Thyssenkrupp hat am Donnerstagmorgen Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht. Die Quintessenz des frischen Q3-Geschäftsberichts: Beim bereinigten EBIT verfehlte der Konzern die Analystenerwartungen – gleichzeitig wurde die Jahresprognose angehoben. Letzteres ist der Grund, warum die Aktie heute trotzdem steigt.

  • Thyssenkrupp hat im Q3 erstmals seit Langer Zeit wieder einen Gewinn erzielt.
  • Der Umsatz kletterte um acht Prozent auf 8,8 Milliarden Euro.
  • Die Aktie zieht vorbörslich leicht an.

Der Umsatz kletterte im Quartal per Ende Juni um acht Prozent auf knapp 8,8 Milliarden Euro – mehr, als die Analysten mit im Schnitt 8,5 Milliarden Euro erwartet hatten. Getragen wurde das Plus vor allem vom Materialhandel, der von steigenden Mengen und Preisen profitierte.

Beim bereinigten EBIT wurde die Markterwartung allerdings verfehlt: Es stieg zwar um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro, blieb damit aber unter dem Konsens von 207 Millionen Euro. Die EBIT-Marge verbesserte sich um 20 Basispunkte auf 2,1 Prozent – Analysten hatten mit 2,4 Prozent gerechnet. 

Auf Segmentebene lieferte die Marine-Sparte TKMS einen höheren Gewinnbeitrag, während Automotive Technology schwach blieb. Unter dem Strich verdiente der Konzern 34 Millionen Euro nach 255 Millionen Euro Verlust im Vorjahresquartal; nach Anteilen Dritter stand eine schwarze Null, nach einem Verlust von 278 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Auslöser dafür war jedoch in erster Linie hat ein positiver Einmaleffekt von 131 Millionen Euro aus dem Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter – ohne diesen wäre auch das Nettoergebnis deutlich schwächer ausgefallen.

Prognose geschärft

Für das laufende Geschäftsjahr grenzte der Vorstand die Prognose nach oben ein: Beim bereinigten EBIT hob er das untere Ende der Spanne um 100 Millionen auf 600 bis 900 Millionen Euro an – der Analystenkonsens von rund 833 Millionen Euro liegt damit bereits näher am oberen Rand. Der erwartete Konzernverlust wurde auf höchstens 700 statt zuvor 800 Millionen Euro reduziert. Beim Umsatz rechnet der Konzern im schlechtesten Fall nur noch mit einem Rückgang von einem Prozent, statt zuvor von einer Stagnation auf Vorjahresniveau auszugehen.

Vorstandschef Miguel López sprach von einer kontinuierlichen Verbesserung der Ergebnisse und wachsender Leistungsfähigkeit des Konzerns. Das deckt sich mit der Umsatz- und der EBIT-Entwicklung, auch wenn Letztere hinter den Erwartungen zurückblieb. 

Belastbarer wird die Aussage durch zwei konkrete Fortschritte, die sich in der Bilanz nachvollziehen lassen: den positiven Effekt aus dem HKM-Verkauf und den strukturellen Umbau, der mit der für Ende Oktober geplanten eigenständigen Notierung von TK Accelis einen nächsten sichtbaren Schritt nimmt. Zur schwächeren Automotive-Sparte äußerte sich das Management wie schon im Vorquartal eher allgemein und ohne konkrete Kostenzahlen.

Thyssenkrupp (WKN: 750000)

Die Turnaround-Story schreitet weiter voran. Auf genau dieses Szenario setzt DER AKTIONÄR. Die Aktie zieht am Donnerstagmorgen leicht an. Die erst in Ausgabe 31/26 neu empfohlene Thyssenkrupp-Aktie bleibt ein Kauf.

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