18.07.2019 Thorsten Küfner

Thomas Cook: Horror-Aktie oder Kaufchance?

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Thomas Cook Group
Trendthema

Es ist ein wahrhaft erschreckender Chartverlauf: Innerhalb eines Jahres hat die Aktie von Thomas Cook über 90 Prozent an Wert verloren. Seit dem im Mai 2018 markierten Zwischenhoch sind es sogar schon fast 97 Prozent. Ist nun für mutige Anleger mit einem langen Atem die Zeit für eine Gegenbewegung gekommen?

Durch den geplanten Deal mit dem chinesischen Mischkonzern Fosun, der bereits 18 Prozent an Thomas Cook hält, sind zumindest die Chancen erheblich gestiegen, dass der hochverschuldete Touristikkonzern die Pleite noch abwenden kann. Allerdings soll die Rettung in Form einer äußerst umfangreichen Kapitalerhöhung abgewickelt werden.

"Das geht zwar auf Kosten der bisherigen Aktionäre“

Demnach soll Fosun zusammen mit einigen Banken 750 Millionen Pfund bereitstellen. Fosun will dabei auch die Mehrheit am Unternehmen übernehmen. Das bedeutet die Ausgabe neuer Aktien. Dadurch würde wiederum der Wert des gesamten Konzerns Thomas Cook künftig auf weitaus mehr Aktien verteilt werden als bisher (knapp 1,5 Milliarden Anteile). Dementsprechend knickte der Kurs vergangene Woche um fast 60 Prozent ein.

Thomas-Cook-Chef Peter Fankhauser betonte daher: "Das geht zwar auf Kosten der bisherigen Aktionäre, von denen uns viele seit Jahren unterstützt haben. Aber der Vorschlag ist eine pragmatische und verantwortliche Lösung, die uns die Mittel gibt, die Zukunft von Thomas Cook zu sichern."

An den operativen Aussichten ändert sich vorerst wenig

Was Anleger ebenfalls bedenken sollten: Durch den Einstieg von Fosun sollte eine Pleite zwar abgewendet werden können, an den enormen Problemen der Briten im operativen Geschäft ändert sich dadurch aber zunächst einmal nur wenig. Thomas Cook dürfte Analystenprognosen zufolge im anhaltend rauen Marktumfeld auch im kommenden Geschäftsjahr 2019/20 wieder rote Zahlen schreiben. Für das übernächste Fiskaljahr wird aktuell immerhin mit einem mickrigen Gewinn gerechnet.

Thomas Cook Group (WKN: A0MR3W)

Finger weg!

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass es beim Zockerpapier zwischenzeitlich zu einer kräftigen Gegenbewegung kommt. Doch angesichts der Vielzahl an Problemen und Unwägbarkeiten sowie der enormen Verwässerung der Anteile rät DER AKTIONÄR Anlegern weiterhin dazu, einen Bogen um die Aktie von Thomas Cook zu machen. Wer die Anteile noch im Depot hat, sollte sich die Frage stellen, ob ein Ende mit Schrecken nicht doch besser ist als ein Schrecken ohne Ende…