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05.09.2019 Florian Söllner

Tesla: Zu heiß für Porsche Taycan-Mutter Volkswagen

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Tesla

Bei Walmart und Amazon haben Solaranlagen gebrannt. Auch die Qualität der Autos und die deutsche „Servicehölle“ grillen die Aktie. Hoffnung: Niemand beherrscht das Spiel mit dem Feuer so gut wie Elon Musk.

Folgend ein aktualisierter Auszug aus der AKTIONÄR-Ausgabe 36/2019:

„And it burns, burns, burns“: Elon Musk feierte 2017 auf dem Dach der Gigafactory, am Lagerfeuer Jonny-Cash-Lieder singend, das Löschen der „Produktionshölle“, als an einer anderen Front bereits ein neues Feuer ausbrach. Nach einem Brand 2017 wurden im ersten Halbjahr 2018 auf den Dächern von Wal-mart drei weitere Tesla/Solarcity-Solaranlagenbrände gemeldet, was, wie nun bekannt wurde, zu einer Klage führte. Nach Feuer auf einem Lagerhausdach verzichtet auch Amazon künftig auf Solarpanele von Tesla.

Der wohl coolste CEO   der Welt: Elon Musk singt  mit einem Glas Whisky in  der Hand „Ring of Fire“:

Wächst Tesla einfach zu schnell und leidet darunter die Qualität? Diese Frage beantwortet der E-Autovermieter Nextmove mit einem klaren Ja. Drei von vier ausgelieferten Model 3 hätten kleinere oder größere Mängel aufgewiesen und Tesla nicht professionell darauf reagiert, weswegen Nextmove-Chef Stefan Möller von einer „Servicehölle“ spricht. Tesla-Fans und -Kunden berichten im Netz ebenfalls von langen Wartezeiten beim Service: „Obwohl ich vom Model 3 begeistert bin, gehe ich auf Nummer sicher und bestelle lieber einen neuen VW ID.3“.

Es brennt nicht nur auf, sondern auch unter dem Dach. Dutzende Topmanager haben Tesla verlassen. Nun steht wohl sogar der Weggang von Teslas Mitteleuropa-Chef an. Jochen Rudat versicherte zwar, er sei „im Urlaub“ und „nach wie vor bei Tesla angestellt.“ Wie DER AKTIONÄR jedoch aus mehreren Quellen erfuhr: Jochen Rudat ist wohl nicht mehr aktiv, sein offizielles Aus nur eine Frage der Zeit.

Zu viele Brandherde für VW

Probleme sind für Tesla nichts Neues. Visionär Elon Musk kämpft seit Beginn der Elektroauto-Revolution gegen Widerstände und Wachstumsschmerzen. Doch nie gab es so viel Brandherde. Neben Image- und Qualitätsproblemen muss sich Musk mit neuen Rivalen wie dem Porsche Taycan sowie der weltweiten Automobilkrise beschäftigen. Auch der mit Zöllen zündelnde US-Präsident sorgt dafür, dass es Tesla-Chef-Feuerwehrmann Musk nicht langweilig wird.

Größtes Asset von Musk: Kunden lieben seine Autos. Der laut Manager Magazin „größte Tesla-Fan der Autoszene“ ist VW-Chef Herbert Diess. Zweimal im Jahr treffe er sich mit Musk. Softwarefunktionen wie Reparaturen aus der Ferne sorgen für Interesse der Auto-Giganten. Doch VW hat nun entsprechende Gerüchte dementiert; ein Einstieg bei Tesla ist dem konservativen Konzern wohl zu heiß. Zudem zeigte die Konzernmarke Porsche gestern, dass man es selbst versteht, ein heißes Elektroauto zu bauen. Auch Analysten werden vorsichtig und halbierten nach einem tiefroten 1. Halbjahr ihre 2019er-EBITDA-Schätzung auf zwei Milliarden Dollar.

Chart in Flammen

Tesla ist eine coole Marke – doch die „Servicehölle“ brodelt und schwelt. Auch die Fans der Aktie sollten sich nicht die Finger verbrennen. Löscht Musk die größten Brände und gelingt die Rückeroberung der 320-Dollar-Marke, dann ist Tesla wieder kaufenswert. Bis dahin summen Charttechniker leise die Jonny-Cash-Zeilen: „Down, down, down. And the flames went higher.“

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Tesla.

Buchtipp: Die Tesla-Methode

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