Tesla wird am 2. April die Auslieferungszahlen für das erste Quartal bekanntgeben. Analyst Tom Narayan von RBC Capital Markets erwartet einen weiteren Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Wie sehr ist Tesla noch von der Entwicklung der Auslieferungszahlen abhängig?
Tom Narayan von RBC Capital Markets geht davon aus, dass Tesla im ersten Quartal 2026 erneut einen Rückgang der Auslieferungszahlen kommunizieren wird. Narayan erwartet 367.000 Fahrzeuge in Q1. Im vierten Quartal 2025 lagen diese bei 418.227 Einheiten. Das bislang stärkste Quartal war Q3 2025 mit 497.099 Fahrzeugen. Analyst Narayan begründet die rückläufigen Zahlen in erster Linie damit, dass die Steuergutschrift für Elektrofahrzeuge in den USA weggefallen ist.
Die Einstellung des Model S und des Model X würde eine strategische Neuausrichtung auf Robotaxis und humanoide Roboter widerspiegeln, was den Absatz von Privatfahrzeugen künftig unter Druck setzen könnte, so Narayan. „Wir glauben jedoch, dass anhaltend hohe Kraftstoffkosten die kurzfristige Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ankurbeln und Tesla ein gewisses Aufwärtspotenzial bieten könnten“, so der Analyst. Sein Kursziel ließ Narayan mit 500 Dollar unangetastet.
Die Aktie von Tesla hängt mittlerweile weitaus weniger an der Entwicklung der Auslieferungszahlen, also dem klassischen Autoverkauf, als vielmehr an der Entwicklung der Zukunftsfelder wie Humanoide Roboter und Robotaxis.
Den größten Teil der Bewertung von Tesla in Höhe von 1,3 Billionen Dollar macht aktuell laut der Bank of America das (zukünftige) Robotaxi-Business aus. Mehr als die Hälfte des gesamten Unternehmenswertes (52 Prozent) entfiel in der letzten Studie der Bank of America auf autonome Fahrdienste. Die Experten gehen davon aus, dass Tesla dank seiner Technologie und seiner großen Fahrzeugflotte in der Lage sein wird, ein Robotaxi-Netzwerk profitabel zu skalieren.
Nächstes Zukunftsfeld von Tesla: Der humanoide Roboter Optimus. Kurzfristig könnten diese Robos laut den Analysten der Bank of America in der Industrie und in der Fertigung eingesetzt werden. Langfristig halten die Experten sogar einen Einsatz im Haushalt für möglich. Tesla könnte damit perspektivisch einen Teil der Millionen Arbeitsplätze im Produktionsbereich automatisieren.
Die Ziele von Tesla sind ambitioniert. Noch aber sind im Bereich der Robotaxis sowie der Humanoiden Roboter keine Durchbrüche zu verzeichnen. Tesla ist aktuell kein First Mover. Hinzu kommt, dass die Konkurrenz mit Waymo, Zoox, Xpeng, Hyundai, Neura Robotics oder Boston Dynamics stark ist. Die Innovationssprünge sind gewaltig. Aktuell ist die Tesla-Aktie sowohl unter die für den langfristigen Trend wichtige 200-Tage-Linie (396,07 Dollar) als auch unter die 50-Tage-Linie (408,64 Dollar) gerutscht. Anleger warten eine Bodenbildung ab.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 15:55