Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat im abgelaufenen Geschäftsjahr den Gewinn kräftig nach oben geschraubt. 2025 verdienten die Schweizer fast die Hälfte mehr als im Vorjahr. In einem Kernsegment hat Swiss Re den Gewinn sogar mehr als verdoppelt. Löst die Aktie damit Munich Re als Branchenfavoriten ab?
Swiss Re hat den Nettogewinn im Geschäftsjahr 2025 um 47 Prozent auf 4,8 Milliarden Dollar gesteigert. Analysten hatten im Schnitt mit 4,7 Milliarden Dollar gerechnet. Im Vorjahr hatte Swiss Re noch 3,2 Milliarden Dollar verdient – damals belasteten hohe Rückstellungen im US-Haftpflichtgeschäft das Ergebnis.
Das Versicherungsergebnis von Swiss Re legte um 36 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar zu. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich deutlich von 15 auf 19,6 Prozent.
Im wichtigen Schaden- und Unfall-Rückversicherungsgeschäft (P&C Re) sprang der Gewinn um 126 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote lag bei starken 79,4 Prozent. Auch die Sparte Corporate Solutions überzeugte mit einer Quote von 86,5 Prozent.
Schwächer lief es dagegen in der Lebens- und Krankenrückversicherung. Hier sank der Gewinn um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz ging konzernweit um fünf Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar zurück.
Aktionäre sollen profitieren: Swiss Re will die Dividende um neun Prozent auf 8,00 Dollar je Aktie erhöhen. Zudem plant der Konzern für 2026 ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von bis zu 1,5 Milliarden Dollar. Darin enthalten sind 500 Millionen Dollar aus dem nachhaltigen jährlichen Rückkaufprogramm.
Für das laufende Jahr peilt Swiss Re einen Gewinn von 4,5 Milliarden Dollar an – und damit etwas weniger als 2025. Die kombinierte Quote im Schaden-Rückgeschäft soll unter 85 Prozent bleiben, bei Corporate Solutions unter 91 Prozent.
Rivale Munich Re rechnet im laufenden Jahr mit einem Gewinn von 6,3 Milliarden Euro – 200 Millionen mehr als im Vorjahr. Damit bleibt der DAX-Rückversicherer klar profitabler als Swiss Re.
Swiss Re hat starke Gewinnzahlen vorgelegt. Zudem steigt die Dividende, und ein üppiges Aktienrückkaufprogramm dürfte den Kurs zusätzlich stützen. Dennoch bleibt Munich Re aufgrund der höheren Ertragskraft, der starken Marktstellung und der größeren Verlässlichkeit der Favorit im Sektor. Anleger setzen weiter auf den Branchenprimus aus München.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 08:45