Die Starlink-Probleme in der Ukraine halten offenbar an. Trotz gegenteiliger Aussagen von US-Präsident Donald Trump kämpfen ukrainische Streitkräfte wohl weiter mit Einschränkungen des Satelliteninternets von Elon Musks SpaceX. Die Folgen reichen laut Berichten bis an die Front: Drohnen gehen verloren, Angriffe auf russische Nachschubwege werden erschwert.
Rückblick: Seit dem 14. Oktober berichten ukrainische Vertreter von Problemen mit Starshield, der militärischen Variante des Starlink-Systems. Demnach verlieren Drohnen die Verbindung, sobald sie schneller als 100 Meilen pro Stunde fliegen. Das entspricht rund 161 Kilometern pro Stunde. Die Einschränkungen beeinträchtigen damit auch militärische Einsätze.
„Sie verlieren Drohnen“, sagte Dmitri Alperovitch, Vorsitzender des Washingtoner Thinktanks Silverado Policy Accelerator, gegenüber CNBC. Zudem sei die Fähigkeit eingeschränkt, russische Logistik mit Drohnen anzugreifen.
Trump widerspricht sich selbst
Am Donnerstag hatte Trump erklärt, Musk habe den Dienst wiederhergestellt. Am Freitag klang das anders: Der US-Präsident bestritt, mit dem SpaceX-Chef über die Einschränkungen gesprochen zu haben. Er habe gehört, das Problem sei behoben. Sollte dies nicht stimmen, werde er mit Musk sprechen.
Die ukrainische Regierung widerspricht der Darstellung. Der stellvertretende Botschafter des Landes in den USA, Denys Sienik, erklärte am Freitag, die Einschränkungen bestünden weiterhin. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte Probleme. Wer die Entscheidung zur Begrenzung des Dienstes letztlich getroffen hat, bleibt unklar. SpaceX und Musk äußerten sich zunächst nicht.
Ukraine sucht Alternativen
Der Streit verdeutlicht die Abhängigkeit der Ukraine von Starlink. Das Satellitennetz ermöglicht Kommunikation auch dort, wo die herkömmliche Infrastruktur beschädigt oder zerstört wurde. Vergleichbare Alternativen sind bislang jedoch nur begrenzt verfügbar.
Kiew arbeitet deshalb an eigenen Lösungen. Das ukrainische Verteidigungsministerium unterzeichnete am Donnerstag eine Absichtserklärung mit Nokia und dem finnischen Raumfahrtunternehmen ICEYE. Ziel ist es, Möglichkeiten für eine eigenständige Satellitenkommunikation auszuloten. Auch Gespräche mit dem norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg laufen.
Sollte SpaceX die Ukraine als Kunden verlieren, wäre dies vor allem aus Prestige-Gründen negativ für Musks Raumfahrtunternehmen. Vorerst bleibt die Aktie, die auch Teil des AKTIONÄR-Depots ist, aber ein Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX.
SpaceX-Aktien befinden sich in einem Realdepot der Börsenmedien AG.
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