Elon Musk hat derzeit allen Grund zur Freude: SpaceX steuert mit Vollgas auf den Börsengang zu, gleichzeitig erhält der Tech-Milliardär unfreiwillige Schützenhilfe vom Erzrivalen Blue Origin. Und auch ein aufkeimendes Problem dürfte ihm derzeit kaum Sorgen bereiten. Weniger erfreulich ist die Lage dagegen für einige Zocker.
• Eine Rake von Blue Origin ist bei einem Triebwerkstest explodiert, SpaceX profitiert.
• Zocker verlieren rund 1,5 Millionen Dollar mit dem Perpetual-Kontrakt SPACEX-USDH.
• Heliumpreise dürften den Siegeszug von SpaceX nicht stoppen.
Das hatte sich Multimilliardär, Amazon-Gründer und Blue-Origin-Chef Jeff Bezos sicherlich anders vorgestellt. Auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral ist am Donnerstag eine New-Glenn-Rakete während eines Triebwerkstests auf der Startrampe explodiert. Das Raumfahrtunternehmen sprach anschließend auf der Plattform X von einer „Anomalie“ während des sogenannten Hotfire-Tests. In der Raumfahrtbranche wird dieser Begriff häufig als beschönigende Umschreibung für einen Fehlschlag verwendet.
Brisant: Erst Anfang der Woche hatte Blue Origin laut Reuters einen Auftrag im Wert von 188 Millionen Dollar erhalten. Das Unternehmen soll dabei eine unbemannte Mondlandefähre samt Rover zur Mondoberfläche transportieren. Inwiefern sich der Rückschlag auf die NASA-Mondmission Artemis auswirkt ist noch unklar. Die US-Raumfahrtbehörde will jedoch darüber informieren und die Untersuchung der Ursachen, die zur Explosion geführt haben unterstützen.
Darüber hinaus sollte die nun zerstörte New-Glenn-Rakete bereits in der kommenden Woche 48 Satelliten für Amazons Kuiper-Netzwerk in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen. Mit dem Ausbau des eigenen Satelliteninternets will Amazon die Konkurrenz zu Elon Musks Starlink-Netzwerk weiter verschärfen.
Profiteur der jüngsten Entwicklungen ist Elon Musk. Während SpaceX zuletzt einen weiteren erfolgreichen Testflug absolvierte, wirft die Explosion bei Blue Origin ein Schlaglicht auf die Herausforderungen des Rivalen. Der Rückschlag dürfte die Wahrnehmung von SpaceX als verlässlicher Partner für kommerzielle und staatliche Raumfahrtmissionen weiter stärken.
Zudem spielt die Verzögerung beim Ausbau von Amazons-Satellitennetzwerk der Starlink-Sparte von SpaceX in die Hände. Jeder verschobene Start verschafft Starlink zusätzliche Zeit, seine bereits dominante Marktposition weiter auszubauen. Das Satelliteninternetgeschäft gilt als einer der wichtigsten und profitabelsten Wachstumstreiber von SpaceX, wie in der aktuellen Ausgabe des AKTIONÄR ausführlich beleuchtet wird.
405 Trader liquidiert
Ebenfalls lange Gesichter gab es zuletzt bei den Zockern. Grund: Der auf Hyperliquid gehandelte Perpetual-Kontrakt SPACEX-USDH brach gestern zeitweise um rund 45 Prozent ein. Der Flash Crash drückte den Kurs binnen 30 Minuten von 2.277 Dollar auf 1.254 Dollar. Laut Daten von Hyperliquid wurden durch die Kursbewegung 405 Nutzer über 1.393 Positionen hinweg liquidiert, wodurch Positionen im Gegenwert von 1,51 Millionen Dollar vernichtet wurden. Was es mit Hyperliquid und der Tokenisierung von realen Wertgegenständen auf sich hat, lesen Sie ebenfalls in der neuen Ausgabe.
Droht die Heliumknappheit?
Zu guter Letzt geht es noch um Helium. Das unscheinbare Edelgas ist für zahlreiche Schlüsselindustrien unverzichtbar, von der Chipfertigung über die Medizintechnik bis hin zu SpaceX-Raketen.
Das Problem: Die weltweite Produktion konzentriert sich auf wenige Länder. Neben den USA zählen Katar, Russland und Algerien zu den wichtigsten Produzenten. Katar allein liefert rund ein Drittel des globalen Angebots. Durch die Spannungen im Nahen Osten und mögliche Einschränkungen rund um die Straße von Hormus gerät die Versorgung zunehmend unter Druck. Die Folge: Die Spotpreise für Helium haben sich zuletzt von rund 500 auf über 1.000 Dollar je tausend Kubikfuß verdoppelt.
Für Chip-Konzerne ist das ein Warnsignal. Helium wird in zahlreichen Schritten der Halbleiterproduktion benötigt. Steigende Preise oder Engpässe könnten die Kosten erhöhen und die Lieferketten belasten. Es drohen Einschnitte bei der Marge.
Auch SpaceX ist auf Helium angewiesen. Allerdings dürfte Elon Musks Raumfahrtkonzern deutlich gelassener auf die Entwicklung blicken. Die USA verfügen über enorme Reserven, zudem sind steigende Heliumkosten für ein milliardenschweres Unternehmen wie SpaceX eher ein Pseudoproblem als ein ernsthaftes Risiko.
Elon Musk kann gelassen bleiben: Der Rückschlag von Blue Origin kommt SpaceX zu Gute. Zudem könnte die NASA beim Artemis-Programm Aufträge neu vergeben müssen, wenn Jeff Bezos die Triebwerksprobleme seiner Rakete nicht repariert bekommt. DER AKTIONÄR bleibt am Ball und wird zeitnah über etwaige Neuerungen berichten.
Wer schon jetzt breit gestreut in den Weltraum investieren will, setzt dafür auf den DER AKTIONÄR Weltraum Index. Noch mehr Potenzial besitzen jedoch die in den Aktienreports „Weltraum-Geheimtipp vor dem Abflug“, „Die Space-Pioniere“ und „Galaktisches Potenzial“ vorgestellten Hidden Champions. Ein Wert aus dem zuletzt genannten Report hat sich beispielsweise seit der Empfehlung bereits verdoppelt.
Zum Aktien-Report „Galaktisches Potenzial“
FAQs
Was ist SpaceX?
SpaceX ist ein US-Raumfahrtunternehmen von Elon Musk. Das Unternehmen entwickelt Raketen, Raumfahrzeuge und Satellitentechnologie.
Womit verdient SpaceX Geld?
Das Unternehmen erzielt Einnahmen unter anderem durch Raketenstarts, Satellitentransporte, NASA-Aufträge und das Satelliteninternet Starlink.
Was ist das Starship Vision 3?
Das Starship Vision 3 ist die neue Schwerlastrakete von SpaceX. Sie soll künftig Menschen und Fracht zum Mond und später auch zum Mars transportieren.
Heute, 11:17