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10.01.2012 Florian Westermann

Software AG stürzt brutal ab

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DAX

Die Aktie der Software AG stürzt am Dienstag brutal ab. Der Grund: Das Softwarehaus hat eine herbe Umsatz- und Gewinnwarnung veröffentlicht und die Investoren regelrecht geschockt. Wie sollten Anleger nach dem Kurssturz reagieren?

Die Aktie der Software AG stürzt am Dienstag dramatisch ab. Aktuell beläuft sich der Abschlag auf rund 20 Prozent. Immerhin: Im bisherigen Tagesverlauf hat sich das Minus etwas reduziert. Doch worin liegt der massive Kurssturz begründet? Die Antwort ist schnell gefunden. Der Konzern hat seine Aktionäre mit einer herben Umsatz- und Gewinnwarnung schockiert.

Dabei hatte das Unternehmen seinen Ausblick noch im Oktober bestätigt. "Trotz der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheiten gibt es weiterhin ein starkes Interesse der Kunden für moderne Integrations- und Prozess-Software, das für den Geschäftsbereich BPE weiterhin zweistellige Wachstumsraten ermöglicht", hieß es damals.

Optimismus verflogen  

Heute scheint der Optimismus verflogen zu sein. Demnach haben die Darmstädter im vierten Quartal einen deutlichen Umsatzrückgang auf 290 bis 295 Millionen Euro erlitten (Vorjahr: 327 Millionen Euro). Das Nachsteuerergebnis lag bei 45 bis 50 Millionen Euro. Im Gesamtjahr hat der Konzern Erlöse von knapp 1,1 Milliarden Euro und damit währungsbereinigt das Vorjahresniveau erreicht. Der Gewinn nach Steuern wird in etwa auf Vorjahreshöhe (176 Millionen Euro) erwartet. Die Software AG verwies dabei auf das schwache US-Geschäft sowie auf eine Zurückhaltung der Kunden. Zuletzt hatte der Konzern beim Umsatz einen währungsbereinigten Anstieg um zwei bis fünf Prozent und beim Gewinn einen Anstieg um zehn bis 15 Prozent in Aussicht gestellt.

Stoppkurs unterschritten

Die Aktie der Software AG ist mit dem Kurseinbruch unter den Stoppkurs des AKTIONÄR gefallen. Es dürfte einige Zeit benötigen, bis die Darmstädter das Vertrauen der Aktionäre zurückerlangen. Bei den heutigen Kursausschlägen ist der Titel allenfalls für Trader interessant. Konservativ orientierte Investoren halten sich zurück.

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