So investieren Sie wie Peter Lynch
22.01.2021 Martin Mrowka

Siltronic: Kommt da noch mehr?

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Siltronic

Der deutsche Wafer-Hersteller Siltronic wird übernommen. Der taiwanesische Chip-Zulieferer GlobalWafers hatte im November eine Übernahmeofferte abgegeben, Siltronic-Management und -Großaktionär sind einverstanden. Bald ist deshalb wohl Schluss für den MDAX-Wert. Heute stieg die Aktie allerdings nochmals kräftig an. Der Grund: GlobalWafers hat sein Angebot aufgestockt.

Der taiwanesische Chip-Zulieferer GlobalWafers bietet statt bislang 125 Euro nun 140 Euro je ausstehender Siltronic-Stammaktie. Alle weiteren Bedingungen des Übernahmeangebots blieben unverändert. Viele Investoren hatten den Schritt erwartet. Die Aktionäre können damit weiter noch eine Woche länger überlegen, ob sie die Offerte annehmen.

Viele dürften ohnehin mit einer Nachbesserung gerechnet haben, denn der Aktienkurs war nach dem ersten Angebot im Dezember gestiegen auf zuletzt rund 140 Euro. Am Freitag machte sich nun noch mehr Optimismus breit. Die Papiere kletterten zeitweise um 4,8 Prozent auf 146,75 Euro. Damit ist Siltronic an der Börse nun 4,4 Milliarden Euro wert.

Analyst Florian Treisch von der Commerzbank rechnet damit, dass GlobalWafers nochmals nachbessern wird. Bei einem Preis von 140 Euro je Aktie dürfte sich der Konzern die Vorteile der Übernahme mit den Aktionären von Siltronc in etwa fair teilen, erklärte der Experte.

Nach Gesprächen mit Investoren glaube er aber nicht, dass ein Deal schon in trockenen Tüchern ist, vor allem wegen der zuletzt schwungvollen Entwicklung des Halbleiter-Marktes. GlobalWafers werde die Offerte daher wohl noch einmal erhöhen müssen, um die Anleger zu überzeugen. Aber auch eine Senkung der Mindestannahme-Schwelle auf 50 Prozent sei denkbar.

Der Großaktionär Wacker Chemie hatte bereits Ende 2020 vertraglich zugesichert, seinen knapp 31 Prozent Anteil an Siltronic abzugeben, was knapp 1,2 Milliarden Euro in die Kasse spülen wird. Zudem hatte Globalwafers eine Mindestannahmeschwelle von 65 Prozent genannt. Insgesamt hält der Konzern laut der Mitteilung vom Freitag derzeit 4,5 Prozent an Siltronic. (Mit Material von dpa-AFX)

Siltronic (WKN: WAF300)

DER AKTIONÄR rechnet nicht damit, dass das Angebot noch stark erhöht wird. Ein Ausreizen bis zum letzten Cent empfiehlt sich nicht. Im Gegenteil: Da die Übernahme durchaus noch wackeln könnte, und der Kurs dann kräftig abrutschen würde, sollten engagierte Anleger die Siltronic-Aktie nun auf dem hohen Niveau verkaufen.