19.06.2019 Marion Schlegel

Siltronic-Aktie nach 43-Prozent-Einbruch: Trendwende oder geht der Sturzflug weiter?

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Ein weiter eingetrübter Ausblick von Siltronic hat die Aktien des Herstellers von Halbleiter-Wafern am Dienstag auf steile Talfahrt geschickt. Allerdings halbierte sich das anfängliche Minus zum Handelsende. Am heutigen Mittwochvormittag kann das Papier sogar mehr als vier Prozent zulegen auf 55,44 Euro. Seit dem Jahreshoch, das im Februar dieses Jahres bei 98,56 Euro markiert wurde, beträgt das Minus aber noch immer mehr als 43 Prozent.

Als Gründe für die Gewinnwarnung nannte Siltronic geopolitische Unsicherheiten und die Exportbeschränkungen der US-Regierung für chinesische Technologieunternehmen. Bereits im April hatte der Zulieferer für die Solar- und die Halbleiterbranche die Erwartungen für das laufende Jahr gesenkt. Ein Händler hatte in einer ersten Reaktion am Morgen gesagt, dass das Vertrauen der Investoren nun beschädigt sei.

Analyst Stephane Houri von der Investmentbank Oddo BHF merkte an, dass der sich verschärfende US-chinesische Handelskonflikt seine Spuren auch bei Siltronic hinterlasse. Er kürzte seine Gewinnschätzungen für den Waferhersteller um 20 Prozent und kappte das Kursziel von 90 auf 60 Euro.

Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Siltronic nach der weiteren Senkung der Unternehmensprognose für 2019 ebenfalls von 78 auf 60 Euro gesenkt und die Einstufung auf "Hold" belassen. Analyst Gustav Froberg revidierte in einer am Mittwoch vorliegenden Studie seine Schätzungen für Umsatz und operatives Ergebnis (Ebitda) deutlich nach unten. Die Schwäche im Halbleitermarkt halte an, glaubt er. Es sei daher noch nicht der richtige Zeitpunkt, das Papier des Wafer-Herstellers zu kaufen.

Auch DER AKTIONÄR empfiehlt bei der Aktie von Siltronic abzuwarten. Derzeit überwiegen weiter klar die Risiken. Ein erstes positives Signal würde erst die Rückeroberung des Dezembertiefs 2018 bei 64,78 Euro bringen.

(Mit Material von dpa-AFX)