21.02.2019 André Fischer

Silber: Papieransprüche versus Metallinvestments

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Stellen Sie sich vor, Sie sind sehr hungrig und haben die Taschen voller Bargeld. Sie können sich damit aber nichts zu essen kaufen, weil die Läden leer sind. Oder stellen Sie sich bitte vor, dass der Geldwert der Währung derart stark eingebrochen ist, dass Sie keinen adäquaten Gegenwert für Ihre Papierscheine mehr erhalten. Als wie vermögend würden Sie sich in einer derartigen Situation bezeichnen? Extrem vermögend, etwas vermögend oder gar nicht?

Inflation in Venezuela: Silber gegen Nahrung

Genau unter diesen Umständen müssen derzeit viele Menschen in Venezuela leben. So hat der dramatische Vertrauensverlust in den Bolivar dazu geführt, dass man für die marode venezolanische Papierwährung immer weniger „Essbares“ erhält. Das liegt daran, dass Venezuela derzeit von einer galoppierenden Inflation betroffen ist.

Wer in dem südamerikanischen Land jetzt das Glück hat, physisches Silber sein Eigen nennen zu dürfen, kann etwas sorgenfreier in die Zukunft blicken. Denn: In Venezuela können Sie aktuell bei den Bauern auf dem Land für eine Unze Silber Nahrung für mehrere Monate kaufen. Dieses Beispiel zeigt deutlich, welch hohen Schutz physisches Silber in einem Extremszenario bieten kann.

Bankguthaben sind nur Papieransprüche

In jüngster Vergangenheit mussten viele Venezolaner die Erfahrung machen, dass Vermögen nicht gleich Geld ist. Auch Währungen sind kein Vermögen. Egal, ob Bargeld, Anleihen oder Bankkonten – bei diesen Assets handelt es sich lediglich um Forderungen auf Vermögen, also um Papieransprüche. In einer hyperinflationären Extremkrise – wie sie derzeit in Venezuela zu beobachten ist- wird einem schnell klar, dass physisches Silber als echtes Geld anzusehen ist.

William White: „Helikopter“-Geld kommt

Höchst interessant ist nun, dass gemäß der Auffassung des Kapitalmarktexperten William White die galoppierende Geldentwertung in Venezuela nur eine Blaupause für die USA und Europa ist. White prognostiziert, dass die nächste Krise in den westlichen Ländern derart umfassend sein wird, dass die Notenbanken daraufhin mit der „direkten Finanzierung von Staatsausgaben“ reagieren. In diesem Zusammenhang verweist der ehemalige Chefökonom der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich auf das sogenannte „Helikopter“-Phänomen.

Vertrauensverlust führt zur Geldkrise

Danach – so White weiter – werden die Menschen „das Vertrauen in die Schuldentitel des Staates verlieren“. Die darauffolgende Phase, auf die White dann aufmerksam macht, erscheint ebenfalls nachvollziehbar: „Historische Erfahrungen lehren, dass solche Politik plötzlich in Hyperinflation und Kollaps enden kann.“

Physisches Silber als Schutz

Da der Top-Insider White die große 2008er Finanzkrise im Vorfeld rechtzeitig erkannte, sollte man seine Warnung vor einer großen Geldkrise nicht leichtfertig in den Wind schlagen. Man könnte daher in Erwägung ziehen, Geldwerte (vor allem Anleihen) tendenziell abzubauen, um im Gegenzug physische Edelmetallbestände aufzubauen.