Die Siemens-Aktie hat den Abverkauf im Februar und März bestens verkraftet und notiert bereits wieder in Schlagdistanz zum Rekordhoch bei 275,75 Euro. Neue Impulse könnte es bereits diese Woche geben, wenn der Technologiekonzern am Mittwoch, 13. Mai, seine Zahlen für das zweite Geschäftsquartal (per Ende März) vorlegt. Das war zuletzt bei Siemens los.
Bei Siemens laufen die Geschäfte derzeit gut. Im ersten Quartal profitierte das Unternehmen von starken Zuwächsen im Digitalgeschäft, bei Smart Infrastructure sowie in der Zugsparte Mobility. Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Auftragseingang um zehn Prozent. Dabei warb Siemens große Aufträge für Rechenzentren für Cloud- und KI-Infrastruktur, hauptsächlich in den USA, ein. Konzernchef Roland Busch ging zuletzt davon aus, dass der Boom dort anhalten wird. Digital Industries verzeichnete den Angaben zufolge sowohl im Automatisierungs- als auch im Softwaregeschäft ein prozentual zweistelliges Wachstum beim Neugeschäft. Der Auftragsbestand erreichte mit 120 Milliarden Euro einen Rekordstand.
Das Unternehmen erhöhte daher im Februar seine Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr. Die für Siemens entscheidende Gewinnkennziffer – das Ergebnis je Aktie vor bestimmten Kaufpreiseffekten – soll 2025/26 auf 10,70 bis 11,10 Euro steigen. Zuvor waren die Münchner von 10,40 bis 11 Euro ausgegangen. Der Umsatz soll dagegen weiterhin um sechs bis acht Prozent auf vergleichbarer Basis zulegen. Dabei ausgeklammert sind Währungs- und Portfolioeffekte. Siemens erwartet einen anhaltenden Gegenwind durch den starken Euro.
Siemens setzt seit geraumer Zeit auf den Ausbau seines Digitalgeschäfts. Dazu tätigte der Konzern im vergangenen Jahr mit den US-Neuerwerbungen Altair und Dotmatics milliardenschwere Zukäufe. Diese sollen helfen, das Digitalgeschäft bis 2030 im Schnitt jährlich um 15 Prozent wachsen zu lassen und dessen Umsätze so von 9,4 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr zu verdoppeln, hatte der Konzern Ende des vergangenen Jahres an seinem Kapitalmarkttag angekündigt. Dazu will Siemens in den nächsten drei Jahren eine Milliarde Euro in seine KI-Angebote investieren. Vermehrt sollen dabei Gelder in die USA, China und Indien fließen.
Schon seit Wochen ist Siemens wieder in der Spur. Ein neues Rekordhoch scheint zeitnah möglich. Die Zahlen könnten weiteren Schwung liefern. Langfristig sind die Aussichten ohnehin gut.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 18:41