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12.12.2019 Michel Doepke

Shop Apotheke Europe: "Auf bereinigter EBITDA-Basis werden wir den Break-even schaffen"

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Shop Apotheke Europe

Heimlich, still und leise ist die Aktie der Shop Apotheke Europe auf ein neues 52-Wochen-Hoch gestiegen. Die Aussicht auf den Break-even beim bereinigten EBITDA im kommenden Jahr sowie die Einführung des E-Rezeptes sorgen für Fantasie. DER AKTIONÄR hat nach den Zahlen zum dritten Quartal mit Firmenlenker Stefan Feltens über die jüngsten Entwicklungen gesprochen.

Das stramme Wachstum geht unverändert zu Lasten der Profitabilität. Der EBITDA-Verlust vergrößerte sich in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres deutlich (siehe Grafik).

Dafür gelang es der Online-Apotheke, die Bruttomarge zu steigern. "Unsere Bruttomarge hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent auf 19,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verbessert. Der wesentliche Effekt stammt aus der Akquisition von nu3", begründet CEO Feltens die positive Entwicklung. "Zwar macht der Umsatz nur einen geringen Teil vom Konzernumsatz aus. Doch die Bruttomargen sind höher als in unserem Kerngeschäft. Ebenfalls wirkten sich verbesserte Einkaufskonditionen positiv auf die Marge aus."

Guidance konkretisiert

"Wir haben für das Geschäftsjahr 2019 unsere Guidance für das Ergebnis etwas präzisiert. Wir rechnen nun mit einem bereinigten EBITDA-Ergebnis von minus 2,0 bis minus 2,3 Prozent vom Umsatz. In Euro entspricht dies einem operativen Verlust von etwa 14 bis 16 Millionen Euro", so Feltens. ". In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres steht ein Verlust von knapp zwölf Millionen Euro in den Büchern."

Für das kommende Geschäftsjahr peilt die Shop Apotheke Europe eine signifikante Verbesserung der Profitabilität an. Feltens zeigt sich optimistisch: "Für das nächste Jahr halten wir an unserer Guidance fest: Auf bereinigter EBITDA-Basis werden wir den Break-even schaffen. Wir rechnen mit einem marginalen Effekt bei den Verkaufspreisen, verbesserten Einkaufskonditionen und Skaleneffekten aus dem dynamischen Kundenwachstum. Zudem werden wir unser organisches Wachstum etwas bremsen, welches sich unmittelbar positiv auf das Ergebnis auswirken wird."

Wie entwickelt sich die Anzahl der Kunden?

Im Gespräch hebte Feltens auch die positive Entwicklung des aktiven Kundenstamms hervor. "Unsere Kundenzahl ist im dritten Quartal wieder gestiegen. Per Ende September zählten wir 4,5 Millionen aktive Kunden, also Kunden, die in den zurückliegenden zwölf Monaten mindestens eine Bestellung bei der Shop Apotheke Europe abgegeben haben. Wir gehen davon aus, dass wir Ende des Jahres an die Marke von fünf Millionen Kunden herankommen können."

Hoffnung E-Rezept

Die Bundesregierung stellt die Weichen für die Einführung des E-Rezeptes. Die Shop Apotheke Europe möchte davon profitieren. CEO Feltens erwarte einen nennenswerten Effekt auf das operative Geschäft ab Mitte 2021. Nicht minder spannend: Die Einführung eines "Marktplatzmodells", welches im kommenden Jahr ausgerollt werden soll.

"Wir implementieren das in zwei Phasen. In der ersten Phase geht es um die Ausweitung des Angebotes für unsere Kunden", beschreibt der Firmenlenker den Vorgang. "Über Marktplatzpartner wollen wir unseren Kunden Produkte aus dem Gesundheitsbereich zur Verfügung stellen, die wir heute selbst nicht anbieten. Zum Beispiel können dies Kontaktlinsen, Sanitätshausprodukte oder hochwertige Kosmetika sein. Es kommen bereits Unternehmen auf uns zu. In der zweiten Phase geht es darum, mit lokalen Apotheken zu kooperieren, um die schnellere Belieferung unserer Kunden sicherzustellen. Typische Produkte, die dafür infrage kommen, sind beispielsweise Hygieneartikel oder verschreibungspflichtige Medikamente."

Shop Apotheke Europe (WKN: A2AR94)

Gelingt dem Management die nachhaltige Verbesserung der Profitabilität, könnte sich die Rallye bei der Aktie der Shop Apotheke Europe im kommenden Jahr fortsetzen. Investierte Anleger bleiben dabei. Neuer Stopp: 33,00 Euro.