11.04.2019 Maximilian Völkl

Senvion nach dem Insolvenz-Schock – Aktie im freien Fall – was jetzt?

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Senvion
Trendthema

In der boomenden Windbranche hat sich Senvion in den vergangenen Wochen und Monaten als das schwarze Schaf entpuppt. Probleme mit der Bilanz, verheerende Managementfehler und die lange Talfahrt an der Börse hatten es bereits angedeutet. Am Dienstag musste Senvion dann den bitteren Gang in die Insolvenz tatsächlich antreten.

Zunächst nahmen die Anleger die Insolvenz erstaunlich gelassen hin. Am Dienstag schloss Senvion noch bei 74 Cent je Aktie, lediglich rund 15 Prozent niedriger als vor der offiziellen Verkündung der Insolvenz. Doch am Mittwoch krachte es dann noch einmal richtig. Die Aktie verlor erneut rund 40 Prozent, inzwischen notiert die Aktie bei 0,45 Euro.

Eigentlich boomt die Windkraft:

Schwieriger Weg

Durch den Gang in die Insolvenz in Eigenverwaltung besteht noch ein Funken Hoffnung, dass es eine Rettung für Senvion geben könnte. Das volle Auftragsbuch von fünf Milliarden Euro ist ein Argument für Investoren, die Potenzial in der Windbranche sehen. Dazu muss aber eine Einigung mit den Banken erfolgen – daran scheiterte bislang die Rettung.

Die Verhandlungen mit Großaktionär Centerbridge und den Hedgefonds Anchorage und Davidson Kemper, die sich in eine Senvion-Anleihe eingekauft haben, gehen aber weiter. „Wir diskutieren aktuell Finanzierungsoptionen, falls erfolgreich, könnten wir den eingeleiteten Prozess abbrechen“, so CEO Yves Rannou. Kurz vor der Bekanntmachung des Insolvenzverfahrens soll laut Handelsblatt auch noch ein weiterer unbekannter Investor ein Angebot abgegeben haben. Ob dieser Versuch erfolgreicher ist, bleibt jedoch völlig offen.

Finger weg

Bei Senvion gestaltet sich das klassische Bild einer Insolvenz-Aktie. Der Titel wird zum Spielball der Trader. Anleger sollten sich nicht beteiligen, ob es zur Rettung kommt, steht in den Sternen. Hier spielen zu viele Interessen mit hinein. Wer in die Windbranche investieren will, blickt auf die deutlich besseren Wettbewerber wie Nordex, Vestas oder Siemens Gamesa. Branchenfavorit ist der Weltmarktführer Vestas.