Am Dienstag haben die US-Börsen ihre Abwärtsbewegung fortgesetzt. Einen Tag vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed hielten sich die Anleger zurück. Der erneut deutlich gestiegene Ölpreis erhöhte zusätzlich den Druck auf die Kurse.
Der Dow Jones Industrial beendete den Handel 0,63 Prozent niedriger bei 52.093,11 Punkten. Der S&P 500 verlor 0,45 Prozent und schloss bei 7.585,73 Zählern. Der Nasdaq 100 gab um 0,65 Prozent auf 28.938 Punkte nach. Nachdem der technologieorientierte Index zum Wochenauftakt wegen der KI-Sicherheitsdebatte besonders stark unter Druck geraten war, konnten sich einige Halbleiterwerte am Dienstag etwas stabilisieren.
Bei der dritten Fed-Sitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh wird für Mittwoch erstmals eine Anhebung der Leitzinsen erwartet. Mehr als 90 Prozent der Marktteilnehmer rechnen angesichts der hohen Inflation mit einer Erhöhung der Zinsspanne um 0,25 Prozentpunkte. Welche Hinweise Warsh zum weiteren geldpolitischen Kurs geben wird, bleibt jedoch offen.
Die Inflation wird derzeit vor allem durch die gestiegenen Energiekosten angeheizt. Eine baldige Entspannung ist angesichts der verschärften Lage im Nahen Osten nicht absehbar. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg daher wie bereits am Vortag über die wichtige Marke von fünf Prozent.
Die Debatte habe sich von der Frage, ob die Fed die Zinsen anheben werde, "hin zu der Frage verlagert, in welchem Umfang eine (geldpolitische) Straffung in diesem Zyklus erforderlich sein wird, um die Preisstabilität wiederherzustellen", sagte Seema Shah von Principal Asset Management. Einen einmaligen Zinsschritt hält sie für unwahrscheinlich.
Brock Weimer vom Finanzdienstleister Edward Jones verwies hingegen darauf, dass die Teuerung seit ihrem Höchststand im Jahr 2022 deutlich zurückgegangen sei. "Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass eine erneute Straffung durch die Fed in Umfang und Dauer begrenzt sein wird", erklärte er. Er erwarte nicht, "dass eine moderate weitere Zinserhöhung den allgemeinen Wirtschaftsaufschwung oder den Bullenmarkt an den Aktienmärkten zum Scheitern bringen wird".
Im Nasdaq 100 gehörten Qualcomm, AMD und Marvell Technology zu den stärksten Werten. Ihre Aktien legten zwischen 1,3 und 4,3 Prozent zu. Nvidia kam auf ein Plus von 0,6 Prozent.
Steel Dynamics gewann 2 Prozent. Rückenwind kam aus der Stahlbranche: Nach Angaben von Bloomberg fordert der chinesische Stahlverband in einer Mitteilung auf WeChat gemeinsam mit führenden Herstellern strengere Produktionsvorgaben und einen Abbau der Lagerbestände. Die Branche trete nach Jahren des Wachstums nun in eine Phase der "Reduzierung und Optimierung" ein. Anleger hoffen, dass dadurch der internationale Preisdruck aus China nachlässt und die Stahlpreise weltweit steigen können.
Unter Druck standen dagegen Kryptowährungswerte. Der Bitcoin weitete seine Verluste aus, nachdem der US-Senat ein umfassendes Gesetz zur Regulierung des Sektors blockiert hatte. Coinbase verlor rund 10 Prozent. Die Aktie von Strategy, das Bitcoin als wichtigste Kapitalreserve nutzt, büßte 5,4 Prozent ein.
Enthält Material von dpa-AFX
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