Die US-Börsen haben am Freitag nach überraschend starken Arbeitsmarktdaten nachgegeben. Der Dow Jones verlor 0,5 Prozent auf 53,414.25 Punkte. Der S&P 500 sank um 0,4 Prozent auf 7.718,60 Zähler. Zusätzliche Unsicherheit brachte US-Präsident Donald Trump in den Markt.
Im August entstanden außerhalb der Landwirtschaft 162.000 neue Stellen. Ökonomen hatten lediglich mit 53.000 gerechnet. Die Arbeitslosenquote blieb erwartungsgemäß bei 4,1 Prozent. Zudem wurden die Beschäftigungszahlen für Juni und Juli nach oben korrigiert. Die Daten nährten die Befürchtung, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung den Leitzins anhebt.
Am Terminmarkt stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September laut CME FedWatch auf 58 Prozent – nach 49,4 Prozent am Vortag. Am Anleihemarkt zogen die Renditen erwartungsgemäß an.
Zusätzliche Unsicherheit brachte US-Präsident Donald Trump in den Markt. Er forderte die Fed trotz des starken Arbeitsmarktberichts zu einer Zinssenkung auf und drohte für den Fall ausbleibender Schritte mit einem Handelsstopp gegenüber Ländern, mit denen die USA ein Handelsdefizit aufweisen.
Die Drohung könnte Lieferketten und den internationalen Handel belasten. Wirklich ernst nahmen das aber nur die wenigsten Anleger. Im Fokus stehen nun vielmehr die am Donnerstag und Freitag anstehenden US-Inflationsdaten, die den geldpolitischen Kurs der Fed maßgeblich beeinflussen dürften.
Die Tesla-Aktie geriet am Freitag nach dem Start begrenzter öffentlicher Fahrten mit dem Cybercab unter Druck und verlor 6,1 Prozent. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersucht, ob Tesla das autonome Fahrzeug zu Recht als konform mit den geltenden Sicherheitsstandards eingestuft hat. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Vorgaben für manuelle Bedienelemente wie Bremspedale.
Die Aktie des auf die Versicherungsbranche spezialisierten Softwareanbieters Guidewire brach sogar um 20,3 Prozent ein. Der deutlich gesunkene Nettogewinn sowie der Ausblick enttäuschten bei der hoch bewerteten Aktie.
Kaum besser lief der Tag bei Fair Isaac (FICO). Die Aktie des US-Datenkonzerns verlor 16,8 Prozent. Auslöser war die Entscheidung der US-Aufsichtsbehörde FHFA, künftig allen Hypothekengebern die Nutzung des konkurrierenden Kredit-Scoring-Systems VantageScore zu ermöglichen.
Die Aktie des Sportartikelherstellers Lululemon brach nach der dritten Prognosesenkung für 2026 ebenfalls ein. Hier lag das Minus letztlich bei 17,5 Prozent. Das Unternehmen erwartet nun einen Umsatzrückgang von fünf bis sieben Prozent. Im zweiten Quartal sank der Umsatz bereits um vier Prozent, in Nordamerika auf vergleichbarer Basis sogar um zwölf Prozent.
Die Sandisk-Aktie sprang hingegen um 11,9 Prozent nach oben. Rückenwind lieferten die Übernahme der KI-Plattform Hugging Face durch Nvidia und Aussagen von Dell, wonach vor allem DRAM- und NAND-Speicher die Auslieferung von KI-Servern bremsen. Die Nachrichten unterstrichen die anhaltend hohe Nachfrage nach Speicher für Rechenzentren.
Leicht unter Druck stand auch Netflix. Der Streamingriese erhöht in Deutschland und Großbritannien die Preise für seine Abo-Modelle teils massiv. In Deutschland steigt das werbefinanzierte Angebot um rund 40 Prozent auf 6,99 Euro, das Premium-Abo kostet künftig 21,99 Euro. Anleger fürchteten, dass die deutlichen Aufschläge Kunden abschrecken könnten. Die Aktie gab letztlich 5,2 Prozent nach.
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