Cybercab-Wirbel bei Tesla. Am Donnerstag startete der Konzern begrenzte öffentliche Fahrten mit dem für den autonomen Betrieb entwickelten Fahrzeug. Am Freitag folgt jedoch prompt der Rückschlag: Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA eröffnet eine Untersuchung. Die Aktie verliert daraufhin über sechs Prozent.
- NHTSA untersucht Teslas Selbstzertifizierung des Cybercabs.
- Die Tesla-Aktie verliert daraufhin am Freitag intraday über sechs Prozent.
- Mit Zoox von Amazon gab es bereits einen ähnlichen Präzedenzfall.
Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) prüft, auf welcher Grundlage Tesla das Cybercab als konform mit den US-Sicherheitsstandards zertifiziert hat. Autobauer bestätigen die Einhaltung dieser Regeln in den USA grundsätzlich selbst. Im Fokus steht nun, ob Tesla bestimmte Standards – etwa die Vorgaben für manuelle Bedienelemente wie Bremspedale – als nicht anwendbar eingestuft hat.
Die NHTSA betont, autonome Fahrzeuge sicher auf die Straße bringen zu wollen. Gleichzeitig seien die geltenden Vorschriften einzuhalten. Die Behörde arbeitet zwar an einer Anpassung der Regeln für Fahrzeuge ohne Lenkrad und Pedale, bis zum Abschluss gelten jedoch die bestehenden Standards.
Ein Präzedenzfall ist Zoox. Die Amazon-Tochter hatte ihr Robotaxi ebenfalls ohne klassische Bedienelemente selbst zertifiziert. Die anschließende Untersuchung bremste den Weg zur Kommerzialisierung. Erst im Juli 2026 erhielt Zoox eine befristete Ausnahme von acht Sicherheitsstandards. Die Flotte darf dadurch in den kommenden zwei Jahren jeweils um maximal 2.500 Fahrzeuge wachsen.
Ob Tesla ein ähnlich langwieriger Prozess bevorsteht, ist offen. Die Untersuchung zeigt jedoch, dass neben der technischen Entwicklung auch die regulatorischen Hürden zu beachten sind. Für eine nachhaltige Neubewertung muss Tesla beweisen, dass aus den begrenzten Fahrten ein skalierbares und profitables Geschäft entsteht.
Für Tesla ist das Cybercab strategisch wichtig. Ein Robotaxi ohne Fahrer könnte höhere Margen ermöglichen. Doch ein funktionierender Prototyp ist noch kein profitables Geschäft. Entscheidend wird sein, wie schnell Tesla die Flotte ausbauen kann, welche Auslastung erreicht wird und ob die Kosten unter Kontrolle bleiben.
Tesla hat mit dem Cybercab einen wichtigen Schritt gemacht. Die NHTSA-Untersuchung erhöht jedoch die Unsicherheit. Tesla ist derzeit keine laufende Empfehlung von DER AKTIONÄR. Unter den Musk-Aktien bevorzugt DER AKTIONÄR weiterhin SpaceX.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
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