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Trump droht mit Handelsstopp: „Senkt die Zinsen – oder ich breche den Handel ab“

Trump droht mit Handelsstopp: „Senkt die Zinsen – oder ich breche den Handel ab“
Foto: Alex Brandon/AP Pool/picture alliance/dpa
Michael Herrmann Heute, 21:21 Michael Herrmann
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US-Präsident Donald Trump verschärft seinen Ton gegenüber der US-Notenbank. Sollte die Federal Reserve die Zinsen nicht deutlich senken, will Trump den Handel mit Ländern einstellen, gegenüber denen die USA ein Handelsdefizit aufweisen. Das bekräftigte er am Freitag im Oval Office.

  • Trump fordert von der Fed eine drastische Zinssenkung.
  • Andernfalls droht er mit einem umfassenden Handelsstopp.
  • Betroffen wären Länder mit Handelsüberschüssen gegenüber den USA.

„Wir sollten den niedrigsten Zinssatz der Welt zahlen“, sagte Trump. Zuvor hatte er auf seiner Plattform Truth Social gefordert: „Senkt den Zinssatz, oder ich stelle den Handel mit Ländern ein, mit denen wir ein Defizit haben.“

Seine Forderung verband der Präsident mit dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht. Im August schufen die Arbeitgeber 162.000 neue Stellen. Trump bezeichnete die Zahlen als „fantastisch“ und argumentierte, die USA seien dadurch deutlich kreditwürdiger als noch vor Kurzem.

„Ein starkes Land bedeutet niedrigere Zinsen – eine bessere Bonität“, schrieb Trump. Fed-Chef Kevin Warsh und der Vorstand der Notenbank müssten nun „klug handeln“ und die Zinsen senken. Die Fed äußerte sich zunächst nicht zu Trumps Beitrag.

Trumps Drohung ist weitreichend. Die USA weisen gegenüber Dutzenden Ländern Handelsdefizite auf – darunter gegenüber einigen ihrer wichtigsten Handelspartner. Ein vollständiger Handelsstopp würde daher erhebliche Konsequenzen für die internationale Wirtschaft und die Lieferketten haben.

Ein Handelsstopp gegenüber Ländern mit US-Handelsüberschüssen wäre derweil deutlich drastischer als neue Zölle. Er könnte die Beziehungen zu wichtigen Handelspartnern belasten, Lieferketten stören und die Unsicherheit an den Märkten erhöhen.

Ökonomen weisen zugleich darauf hin, dass Handelsdefizite nicht automatisch ein wirtschaftliches Problem darstellen. Sie können auch ein Zeichen dafür sein, dass ein Land über eine hohe Kaufkraft verfügt und entsprechend viele Waren importiert.

Zudem investieren Länder mit Handelsüberschüssen gegenüber den USA ihre Dollar-Einnahmen häufig in US-Staatsanleihen. Ein Teil des Geldes fließt damit in den US-Finanzkreislauf zurück.

Mit seiner jüngsten Drohung nimmt Trump seine Druckkampagne gegen die US-Notenbank wieder auf. Diese hatte sich nach der Ernennung von Warsh zum Nachfolger von Jerome Powell zunächst etwas abgeschwächt.

Warsh hatte erst eine Woche zuvor angedeutet, dass bald auch über Zinserhöhungen gesprochen werden könnte. Er betonte, die kurzfristigen Zinsen seien das wichtigste Instrument, um das doppelte Mandat der Fed zu erfüllen. Dazu gehören stabile Preise und ein möglichst hoher Beschäftigungsstand.

Infront S&P 500 (WKN: A0AET0)

Der Vorstoß ist ein typischer Trump-Move. Dass sich die Fed davon beeindrucken lässt, darf aber angezweifelt werden. Für die Finanzmärkte bleibt entscheidend, ob die Notenbank trotz der Forderungen aus dem Weißen Haus an ihrem geldpolitischen Kurs festhält. Wie ein solcher Handelsstopp überhaupt in der Realität umsetzbar wäre, ist ohnehin fraglich. Die Märkte reagieren dementsprechend relativ gelassen auf die neueste Trump-Idee und geben nur leicht nach. 

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